Wirtschaftsforscher erwarten „verhaltenen Aufschwung“


Verhaltener Aufschwung: Getragen wird die Expansion vom privaten Konsum; die Investitionen beleben sich allmählich. Angesichts der mäßigen Expansion der Weltwirtschaft dürften die Exporte hingegen nur leicht steigen, zumal die belebende Wirkung der Euro-Abwertung allmählich nachlässt. | © fotogestoeber/fotolia.com

Die deutschen Wirtschaftsforscher rechnen in diesem und im nächsten Jahr mit einem Wachstum von jeweils 1,8 Prozent. Im Jahre 2014 waren es 1,6 Prozent. Das geht aus der Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute hervor.

„Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem verhaltenen Aufschwung, der vor allem von den privaten Konsumausgaben getragen wird. Bremsend wirkt die schwache Weltkonjunktur, insbesondere die Probleme in einer Reihe von Schwellenländern“, erklärte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Die Zuwanderung von Flüchtlingen dürfte kurzfristig zu erheblichen Belastungen für Deutschland führen. Allerdings sind mit ihr auch langfristige Chancen verbunden, wenn mit den richtigen wirtschaftspolitischen Maßnahmen die Integration der Zuwandernden gelingt“, fügte er hinzu.

Leichter Anstieg der Arbeitslosenzahl

Für das kommende Jahr rechnen die Forscher mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl auf 2,875 Millionen, von 2,80 in diesem Jahr. Damit würde die Quote von 6,4 Prozent in diesem Jahr auf 6,5 Prozent im kommenden Jahr steigen. Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der Erwerbstätigen von 42,9 Millionen auf 43,2 Millionen Menschen.

Verbraucherpreise ziehen an

Die Verbraucherpreise werden im kommenden Jahr um 1,1 Prozent anziehen, nachdem sie in diesem Jahr nur um 0,3 Prozent angestiegen waren. Der Finanzierungsüberschuss des Staates dürfte von 23 Milliarden Euro 2015 auf 13 Milliarden Euro im kommenden Jahr sinken. Das wären dann 0,4 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung, nach 0,8 Prozent 2015. Der Überschuss der Leistungsbilanz gegenüber dem Ausland (Waren, Dienstleistungen, Übertragungen) wird von 256 Milliarden Euro auf 260 Milliarden Euro steigen. Dessen Anteil an der Jahreswirtschaftsleistung wird aber von 8,5 Prozent auf 8,3 sinken.

(ifo Institut / Viola C. Didier)


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