Nachhaltigkeit ist für Unternehmen mehr als ein Kostenfaktor, wie die Studie „Wertschöpfung für das 21. Jahrhundert“ der Bertelsmann Stiftung unter 501 Unternehmen zeigt. Wer sein Geschäftsmodell nachhaltig ausrichtet, ist häufig auch wettbewerbsfähiger und widerstandsfähiger gegenüber Krisen. Doch die deutsche Wirtschaft driftet zunehmend auseinander.
Nachhaltigkeit bringt dreifachen Nutzen
Die Untersuchung belegt einen positiven Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz. Ein um 10 Prozentpunkte höherer Reifegrad bei der nachhaltigen Transformation geht im Durchschnitt mit einer um 2,9 Prozentpunkte höheren Wettbewerbsfähigkeit und einer um 3,4 Prozentpunkte besseren Resilienzwahrnehmung einher.
Unternehmen driften auseinander
89 % der befragten Unternehmen verändern derzeit ihre Wertschöpfung oder Geschäftsmodelle. Für 16 % ist Nachhaltigkeit dabei der zentrale Treiber; vor drei Jahren waren es 12 %. Gleichzeitig stieg der Anteil der Unternehmen, die kaum nachhaltige Veränderungen vorantreiben, von 21 auf 27 %. Die Studienautoren sprechen von einer „Doppel-Drift“.
Besonders deutlich werden die Defizite beim Krisenmanagement. 50,5 % der Unternehmen fühlen sich schlecht auf die nächste Krise vorbereitet. Nur 18,8 % halten sich für gut gerüstet. Obwohl viele Unternehmen aus vergangenen Krisen gelernt haben, fehlen häufig feste Budgets, regelmäßige Übungen und konkrete Vorsorgemaßnahmen.
Investitionen bleiben defensiv
Auch bei Investitionen dominiert Zurückhaltung. 60 % der Unternehmen investieren in den Erhalt bestehender Anlagen, 44 % in Erweiterungen und nur gut 26 % in Forschung und Innovation. Dabei zeigt die Studie: Je stärker Nachhaltigkeit im Geschäftsmodell verankert ist, desto höher fällt tendenziell die Investitionstätigkeit aus.
Die Autoren empfehlen Unternehmen, Nachhaltigkeit strategisch zu nutzen und ihre Krisenvorsorge zu verbessern.

