10.07.2026

Arbeitsrecht, Meldung

Trendmonitor Recht: Anstieg im Arbeitsrecht

Der ARAG Trendmonitor Recht zeigt einen deutlichen Anstieg im Arbeitsrecht: Wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Insolvenzen und angekündigte Stellenstreichungen machen den Arbeitsplatz für viele Menschen in Deutschland zunehmend zum Unsicherheitsfaktor.

Beitrag mit Bild

©Zerbor/fotolia.com

Im Arbeitsrechtsschutz stieg die Zahl der Leistungsfälle bei der ARAG SE in den vergangenen fünf Jahren um 63%. Allein 2025 verzeichnete der Rechtsschutzversicherer ein Plus von 11,1%; die Zahlen des ersten Halbjahrs 2026 bestätigen den Trend.

Neben der generell sehr stark angestiegenen Zahl der Arbeitsrechtsschutzfälle seit 2021 um 63% identifiziert der ARAG Trendmonitor Recht eine besondere Zunahme bei den Kündigungsschutzklagen: Diese legten 2025 gegenüber dem Vorjahr um 33% zu. Im Arbeitsrecht setzt sich die Dynamik auch im ersten Halbjahr 2026 fort. Dort sind die Rechtsschutzfälle erneut um 9,8% gewachsen. Die Zahlen machen sichtbar, was viele Beschäftigte derzeit erleben: Der Arbeitsmarkt wird rauer, wirtschaftliche Krisen kommen in den Betrieben an und rechtliche Unterstützung gewinnt an Bedeutung.

Mittlerweile sind Menschen aller Einkommensklassen betroffen

„Wir stellen fest, dass nicht mehr vornehmlich Kunden mit niedrigen Einkommen betroffen sind, sondern zunehmend auch mittlere und höhere Einkommensgruppen“, sagt Hanno Petersen, Vorstandsmitglied der ARAG SE. „Der Peak ist noch lange nicht erreicht. Es zeichnet sich ab, dass das Modell Deutschland – lange Beschäftigung, sichere Arbeitsplätze – bröckelt.“

Arbeitsrechtliche Konflikte haben für Betroffene eine besondere persönliche und wirtschaftliche Tragweite. Die häufigsten Auslöser im Arbeitsrecht sind bei der ARAG Kündigungen, Streit um Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis und Aufhebungsverträge. So unterschiedlich diese Fälle im Einzelnen sind: Für die Betroffenen geht es häufig nicht nur um Einkommen und berufliche Perspektiven, sondern um wirtschaftliche Existenzfragen. Hinzu kommt, dass insbesondere Kündigungsschutzverfahren mit hohen Streitwerten in Höhe mehrerer Monatsgehälter sehr teuer sind. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kosten des eigenen Rechtsanwalts auch dann nicht vom Arbeitgeber erstattet werden, wenn das Verfahren vor dem Arbeitsgericht gewonnen wird.

Zahl der Arbeitsrechtsschutzfälle nimmt auch im 1. Halbjahr 2026 weiter zu

Der ARAG Trendmonitor Recht bündelt erstmals zentrale Erkenntnisse aus den jährlich gemeldeten Rechtsschutzfällen in Deutschland. Als weltweit größter Rechtsschutzversicherer zeigt die ARAG, welche rechtlichen Konflikte Verbraucherinnen und Verbraucher im Alltag besonders belasten und wie sich gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Umbrüche in Leistungsfällen niederschlagen. Besonders stark zugenommen hat seit 2021 neben dem Bereich Arbeit auch der Lebensbereich Miete und Wohnen.


ARAG vom 07.07.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

Weitere Meldungen


Meldung

© DOC RABE Media/fotolia.com


16.10.2026

Gewerbesteuer erreicht neuen Höchststand

Deutschlands Gemeinden erzielen 2025 erneut Rekordeinnahmen aus der Gewerbesteuer, während das Grundsteueraufkommen unverändert bleibt.

weiterlesen
Gewerbesteuer erreicht neuen Höchststand

Meldung

©momius/fotolia.com


16.10.2026

Altersteilzeit: Unternehmen sind kaum vorbereitet

Das mögliche Ende des Altersteilzeit-Blockmodells zwingt Unternehmen, rechtzeitig alternative Modelle für den Ruhestand zu prüfen.

weiterlesen
Altersteilzeit: Unternehmen sind kaum vorbereitet

Meldung

©stadtratte/fotolia.com


15.10.2026

Auch die Übertragung kleinerer Firmenanteile ist begünstigt

Entnahmen für Erbschaft- und Schenkungsteuer lösen auch bei Übertragung eines Teils eines Mitunternehmeranteils keine Nachversteuerung nach § 34a EStG aus.

weiterlesen
Auch die Übertragung kleinerer Firmenanteile ist begünstigt
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht