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Tarifbilanz 2017: Tarifbeschäftigte erzielten ein Plus von 0,6 %


Angesichts der guten Konjunkturentwicklung und der relativ niedrigen Arbeitslosigkeit deuten die Zeichen der bereits begonnenen Tarifrunde 2018 eindeutig auf eine expansivere Lohnpolitik, prognostiziert das WSI. | ©jonasginter/fotolia.com

Die Tariflöhne und -gehälter haben im Jahr 2017 nominal im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt um 2,4 % zugelegt. Nach Abzug des Verbraucherpreisanstiegs von 1,8 % ergibt sich daraus ein realer Zuwachs der Tarifvergütungen um 0,6 %, zeigt das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

„Da die Inflationsrate wieder spürbar höher ist, fällt der Reallohnzuwachs 2017 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringer aus“, erklärt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Prof. Dr. Thorsten Schulten. „In den Jahren 2014 bis 2016 stiegen die Tariflöhne wegen der sehr geringen Preissteigerung real zwischen 1,9 und 2,4 % und haben damit einen wesentlichen Beitrag für den ökonomischen Aufschwung in Deutschland gelegt“, so Schulten.

Lohn- und Gehaltstarifverträge in 2017

Bei der Berechnung der kalenderjährlichen Tariferhöhungen für das Jahr 2017 werden sowohl die Neuabschlüsse aus dem Jahr als auch Abschlüsse aus den Vorjahren, die eine Laufzeit bis mindestens Ende 2017 haben, berücksichtigt. Insgesamt schlossen die DGB-Gewerkschaften in Deutschland im vergangenen Jahr Lohn- und Gehaltstarifverträge für rund 8,7 Millionen Beschäftigte ab, darunter etwa 7,2 Millionen in den alten und 1,5 Millionen in den neuen Bundesländern. Die Laufzeit der Verträge beträgt durchschnittlich 25,6 Monate und liegt damit höher als im Vorjahr mit 22,8 Monaten. Für weitere 10,5 Millionen Beschäftigte traten im Jahr 2017 Erhöhungen in Kraft, die bereits 2016 oder früher vereinbart worden waren.

Unterschiede nach Branchen

Zwischen den verschiedenen Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede. Am höchsten fällt 2017 die jahresbezogene Tarifsteigerung mit nominal 3,1 % in der Textil- und Bekleidungsindustrie aus, gefolgt vom Metallhandwerk mit 3,0 %. Etwas oberhalb des Durchschnitts liegen die Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst und dem Hotel- und Gaststättengewerbe mit jeweils 2,7 %, der Chemischen Industrie mit 2,6 % sowie der Metallindustrie und dem Privaten Verkehrsgewerbe mit jeweils 2,5 %. Genau den gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 2,4 % erreichen das Bauhauptgewerbe, die Gebäudereinigung und die Deutsche Bahn AG. Auch die verschiedenen Tarifbranchen des Nahrungs-und Genussmittelgewerbes kommen im Durchschnitt auf einen Lohnzuwachs von 2,4 %. Um 2,2 % steigen die Tariflöhne bei der Deutschen Telekom AG. Im Versicherungsgewerbe beträgt die kalenderjährliche Tariferhöhung 1,9 %, im Einzelhandel 1,8 %, in der Druckindustrie 1,7 % und in der Eisen- und Stahlindustrie 1,6 %. Die Holz- und Kunststoff verarbeitende Industrie, der Großhandel, die Deutsche Post AG sowie das Bankgewerbe verzeichnen für 2017 Tariferhöhungen zwischen 1,5 und 1,1 %.

(Hans-Böckler-Stiftung,  PM vom 11.01.2018 / Viola C. Didier)


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