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Studie: Arbeitnehmer immer motivierter und zufriedener


Dank guter Konjunktur müssen sich nur wenige Arbeitnehmer Sorgen um ihren Job machen. Gleichzeitig tun Unternehmen immer mehr für ihre Mitarbeiterbindung, da Fachkräfte rar sind. In dieser Atmosphäre fühlen sich die Mitarbeiter offenbar zunehmend wohl. | ©RobertKneschke/fotolia.com

Gute Nachricht für Unternehmen: Mehr als zwei von drei Beschäftigten (68 Prozent) sind nach eigener Aussage uneingeschränkt zufrieden mit der Arbeit – das ist noch einmal eine Steigerung gegenüber dem Jahr 2015, als sich 56 Prozent als uneingeschränkt zufrieden bezeichneten.

Auch die Motivation hat zugenommen: Inzwischen sind 42 Prozent der Beschäftigten nach eigener Aussage hochmotiviert, vor zwei Jahren lag der Anteil noch bei 34 Prozent. Das sind Ergebnisse der EY-Jobstudie, für die 1.400 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden.

Frauen motivierter und zufriedener als Männer

Arbeitgeber können aber offenbar vor allem auf hochmotivierte und zufriedene Frauen zählen: Unter ihnen beträgt der Anteil der uneingeschränkt zufriedenen 70 Prozent, der Anteil der Männer liegt mit 66 Prozent leicht darunter. Frauen bezeichnen sich auch überdurchschnittlich oft als hochmotiviert: 44 Prozent schätzen sich so ein, bei den Männern sind es nur 39 Prozent.

Gutes Verhältnis zu Kollegen am wichtigsten

Die größte Motivation ziehen sowohl Frauen als auch Männer aus einem guten Verhältnis zu Kollegen, auch wenn Frauen dieser Punkt deutlich wichtiger ist: 62 Prozent der weiblichen Arbeitnehmer werden nach eigener Aussage durch ein gutes Verhältnis zu Kollegen motiviert – bei den männlichen Arbeitnehmern sagen dies 53 Prozent. Einig sind sich die Geschlechter, dass eine spannende Tätigkeit motivierend wirkt – das sehen jeweils 42 Prozent so.

Freie Wirtschaft überflügelt öffentlichen Dienst

Dass offenbar die gute Konjunktur einen Einfluss auf Zufriedenheit und Motivation hat, zeigt sich beim Vergleich der Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft und im öffentlichen Dienst. Die Motivation der Beschäftigten in der konjunkturabhängigen freien Wirtschaft ist diesmal mit einem Anteil von 41 Prozent Hochmotivierter etwas höher als die der Beschäftigten im öffentlichen Dienst (37 Prozent). Auch bei der Zufriedenheit steht die freie Wirtschaft mit einem Anteil von 69 Prozent leicht besser da als der öffentliche Dienst (66 Prozent). Vor zwei Jahren waren die Beschäftigten in Behörden und Ämtern noch zufriedener und motivierter als die Angestellten in den Betrieben.

Zufriedenheit steigt mit dem Alter

Bemerkenswert hoch ist die Zufriedenheit vor allem bei älteren Arbeitnehmern: Von den über 51jährigen sind gut 70 Prozent der Arbeitnehmer zufrieden mit ihrer Arbeit – von den 21- bis 30jährigen nur jeder zweite. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Motivation: Während knapp die Hälfte der Arbeitnehmer über 61 Jahren sich als hochmotiviert bezeichnet, ist die Motivation bei den 21 bis 30 Jahre alten Arbeitnehmern auf einem Tiefpunkt: Nur 29 Prozent sind nach eigener Aussage hochmotiviert.

Besserverdiener motiviert – aber am wenigsten zufrieden

Motivation und Zufriedenheit gehen aber offenbar nicht immer Hand in Hand: So sind ausgerechnet die Besserverdiener mit einem Jahresbruttogehalt von mehr als 80.000 Euro zwar mit einem Anteil von 48 Prozent – gleichauf mit der Verdienstgruppe zwischen 61.000 und 80.000 Euro – die motiviertesten. Gleichzeitig ist es aber auch die unzufriedenste Gruppe der Arbeitnehmer. Nur 57 Prozent bezeichnen sich als zufrieden. Am zufriedensten sind hingegen die Arbeitnehmer mit einem Verdienst von 61.000 Euro bis 80.000 Euro (74 Prozent). Am unmotiviertesten sind die Geringverdiener mit einem Jahresgehalt zwischen 21.000 und 40.000 Euro. Gerade Männer legen deutlich mehr Wert auf ein hohes Gehalt, das für 37 Prozent von ihnen motivierend wirkt, aber nur für 29 Prozent der Frauen. Auf dem Weg zum Spitzenverdiener bleiben dagegen häufig Familie und Freizeit auf der Strecke – und die Gefahr des Burn-out wächst.

(EY, PM vom 09.06.2017 / Viola C. Didier)


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