NPLs: EU rüstet sich für Anstieg notleidender Kredite


Infolge der Corona-Pandemie hat es bisher keinen erneuten Anstieg der NPLs gegeben, aber es ist zu erwarten, dass sich das noch ändert. | ©ngad/fotolia.com

Die Europäische Kommission wappnet sich für den voraussichtlichen Anstieg von notleidenden Krediten (Non Performing Loans, NPLs) in den Bankbilanzen infolge der Coronakrise.

Infolge beherzter Reformen nach der Finanzkrise von 2008 waren faule Kredite in den vergangenen Jahren abgebaut worden. Damit haben sich die Risiken im Bankensektor in Europa deutlich reduziert. Dank der Unterstützung der Wirtschaft durch die Mitgliedstaaten hat es infolge der Coronavirus-Pandemie bisher keinen erneuten Anstieg der NPLs gegeben, aber es ist zu erwarten, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu einem Anstieg der NPLs und zu Ausfällen führen werden.

Zunahme von NPLs verhindern

„Wir haben jetzt die Gelegenheit, sicherzustellen, dass wir so gut wie möglich vorbereitet sind, um in den kommenden Monaten gegen eine Zunahme der notleidenden Kredite vorzugehen“, sagt Exekutiv-Vizepräsident Valdis Dombrovskis. „Die Geschichte zeigt uns, dass es am besten ist, notleidende Kredite frühzeitig und entschlossen anzugehen. Schließlich wollen wir, dass der Bankensektor die europäische Wirtschaft weiterhin unterstützt.“

EU-Aktionsplan für den Abbau notleidender Kredite

Die EU-Kommission will dazu ihre bisherigen Maßnahmen zu NPLs gezielt überarbeiten. Im Rahmen des EU-Aktionsplans für den Abbau notleidender Kredite waren die EU und ihre Mitgliedstaaten in den vergangenen Jahren vor allem in vier Bereichen aktiv:

  • Bankenaufsicht und -regulierung,
  • weitere Reformen der nationalen Regelungen für Umstrukturierung, Insolvenz und Schuldenbeitreibung,
  • Entwicklung von Sekundärmärkten für ausfallgefährdete Kredite und
  • bei Bedarf Förderung einer angemessenen Umstrukturierung von Banken.

Am 05.10.2020 wird die EU-Kommission das nächste Treffen von NPL-Experten mit Vertretern des öffentlichen Sektors organisieren.

(EU-Kommission vom 24.09.2020/Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)

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