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Neue Herausforderungen bei der Dokumentation von Verrechnungspreisen


Der Umfang an Dokumentationspflichten hat in den letzten beiden Jahrzehnten stetig zugenommen, sodass mittlerweile in mehr als 50 Ländern Verrechnungspreise für steuerliche Zwecke zu dokumentieren sind. | © BildPix.de/fotolia.com

Als Ausfluss des BEPS-Projekts der OECD/G20 ist international eine Reform der Anforderungen an die Dokumentation von Verrechnungspreisen und die Einführung einer länderbezogenen Berichtspflicht zu erwarten. Deutsche Unternehmen werden mit erheblichen Neuerungen bei den steuerlichen Dokumentations-und Berichtspflichten konfrontiert.

Geschäftsbeziehungen innerhalb eines Konzernverbunds erfordern eine Gewinnabgrenzung sowohl zwischen rechtlich selbstständigen, wirtschaftlich aber unselbstständigen Konzerngesellschaften als auch zwischen rechtlich unselbstständigen Betriebsstätten von Konzerngesellschaften. Hierzu werden sämtliche Geschäftsbeziehungen zwischen Konzerngesellschaften bzw. Betriebsstätten bepreist, d.h. Verrechnungspreise für Liefer- und Leistungsbeziehungen festgesetzt.

Neue Anforderungen noch in 2016

Die Verrechnungspreise stehen dabei in einem Spannungsfeld zwischen der Vermeidung von Doppelbesteuerung, der Beachtung steuerlicher Vorschriften, steuerlicher Optimierung sowie der Reduzierung von Dokumentations- und Betriebsprüfungskosten. Als Ergebnis des BEPS-Projekts der OECD/G20 ist international eine Reform der Anforderungen an die Dokumentation von Verrechnungspreisen sowie die Einführung einer länderbezogenen Berichtspflicht (sog. Country-by-Country Reporting oder CbCR) für Unternehmensgruppen mit konsolidierten Umsatzerlösen von jährlich mehr als 750 Mio. € zu erwarten. Dem Vernehmen nach sollen diese neuen Anforderungen noch im Jahr 2016 ins deutsche Recht umgesetzt werden.

Beachtliche Herausforderungen für Unternehmen

Die jüngst von der EU-Kommission veröffentlichten Entwürfe zur Änderung der EU-Amtshilferichtlinie und der EU-Bilanzrichtlinie zeigen zudem, dass – ungeachtet des Empfehlungscharakters des BEPS-Projekts – deutsche Unternehmen mit einer zügigen Umsetzung der neuen Anforderungen an die Dokumentation von Verrechnungspreisen und an das CbCR rechnen müssen. Es besteht nunmehr unmittelbarer Handlungsbedarf. Die prozessuale Organisation dieser neuen Anforderungen wird zu beachtlichen Herausforderungen auf Unternehmensseite führen.

Der Fachbeitrag „Die Dokumentation von Verrechnungspreisen und das Country-by-Country Reporting“ von StB Dr. Sven-Eric Bärsch, StB Dr. Christian Engelen und Niklas Färber, M.Sc. gibt einen Überblick über die neuen Anforderungen der OECD und der EU und zeigt die wesentlichen Herausforderungen für deutsche Unternehmen sowie Lösungsansätze auf. Sie finden den Beitrag in DER BETRIEB Heft Nr. 17 vom 29.04.2016, Seite 972 ff. sowie online unter Dokumentennummer DB1196703.


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