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Konzernbetriebsratssitzung als Präsenzsitzung erlaubt

Corona
Im Streitfall hielt die Arbeitgeberin eine Konzernbetriebsratssitzung als Präsenzsitzung wegen des Corona-Risikos für nicht vertretbar – zu Unrecht. | ©Jarun Ontakrai/123rf.com

Das Arbeitsgericht Berlin hat in einem Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes entschieden, dass einem Konzernbetriebsrat die Durchführung einer Konzernbetriebsratssitzung als Präsenzsitzung trotz Corona nicht verboten werden kann.

Die Arbeitgeberin, Betreiberin deutschlandweiter Rehabilitationskliniken, hat gegenüber sämtlichen Beschäftigten einstweilen einrichtungsübergreifende dienstliche Treffen und Zusammenkünfte untersagt. Sie berief sich auf dieses Verbot auch betreffend eine geplante mehrtägige Präsenzsitzung des Konzernbetriebsrats mit erforderlicher Anreise der Betriebsratsmitglieder.

Konzernbetriebsratssitzung derzeit vertretbar?

Die Arbeitgeberin hält eine solche Präsenzsitzung im Hinblick auf die derzeitige Covid-19-Pandemie für nicht vertretbar. Der Konzernbetriebsrat hat sich gegen die Untersagung gewandt und geltend gemacht, alle geltenden gesetzlichen Maßgaben zum Infektionsschutz würden eingehalten.

Keine gesetzliche Grundlage für Verbot

Nach der Entscheidung des Arbeitsgerichts ist die Durchführung der Präsenzsitzung zulässig (Beschluss vom 07.10.2020 – 7 BVGa 12816/20). Für ein Verbot gebe es keine gesetzliche Grundlage. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz entscheide der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats über die Einberufung der Sitzung, den Sitzungsort und damit auch über die Frage, ob eine Sitzung in Form einer Video- oder Telefonkonferenz durchgeführt werde.

Im vorliegenden Fall könne der Konzernbetriebsrat darüber hinaus schon deshalb nicht auf eine nach der Neuregelung des § 129 BetrVG mögliche Sitzung in Form einer Video- oder Telefonkonferenz verwiesen werden, weil geheim durchzuführende Wahlen anstünden. Dies sei im Rahmen einer Video- oder Telefonkonferenz rechtlich nicht möglich.

Corona-Risiko berechtigt Arbeitgeberin nicht zur Untersagung

Nach der am Veranstaltungsort derzeit geltenden Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung sei die Durchführung der Sitzung zulässig, wobei die Beachtung und Einhaltung der Verordnung in erster Linie im Verantwortungsbereich des Konzernbetriebsrats selbst und seiner Vorsitzenden liege. Die trotz zu erwartender Beachtung der Verhaltensvorgaben verbleibende Risikosteigerung berechtige die Arbeitgeberin nicht zur Untersagung der Sitzung als Präsenzveranstaltung.

Gegen die Entscheidung ist das Rechtsmittel der Beschwerde zum Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg gegeben.

(Arbeitsgericht Berlin, PM vom 08.10.2020/ Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)

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