• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Homeoffice: Rückkehr ins Büro braucht mehr als eine Ansage

24.03.2026

Arbeitsrecht, Meldung

Homeoffice: Rückkehr ins Büro braucht mehr als eine Ansage

Bringt mehr Präsenz im Büro tatsächlich automatisch bessere Zusammenarbeit und höhere Produktivität? Eine aktuelle Studie zeigt, dass weniger Homeoffice nicht automatisch zu mehr Motivation, besserer Zusammenarbeit oder höherer Produktivität führt. Entscheidend ist, wie Unternehmen diesen Schritt begründen und ausgestalten.

Beitrag mit Bild

©Andriy Popov/123rf.com

Mehr Präsenzarbeit im Betrieb und weniger Homeoffice – diese Vorgabe haben 34% der Erwerbstätigen in Deutschland, die auch mobil arbeiten, in den letzten Jahren von ihren Arbeitgebern bekommen. Die Motive sind nachvollziehbar: mehr Austausch, engere Zusammenarbeit, schnellere Entscheidungen, stärkere Identifikation mit dem Unternehmen. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist der Wunsch groß, Teams enger zu führen und Produktivität zu sichern. Doch genau hier liegt die Herausforderung. Eine aktuelle Studie des WSI zeigt: wo Unternehmen Homeoffice spürbar einschränken, sinken im Schnitt Zufriedenheit und Akzeptanz, während das Belastungsempfinden steigt. Für Arbeitgeber ist das ein Warnsignal. Denn Rückkehrpflichten entfalten ihren Nutzen nicht automatisch, sie können auch Reibung, Frust und Misstrauen erzeugen.

Kommunikation ist kein Nebenaspekt, sondern Führungsaufgabe

Laut der Studie erhielt lediglich rund die Hälfte der Betroffenen überhaupt eine offizielle Begründung für die verschärfte Präsenzvorgabe. Wo Unternehmen ihre Entscheidung erklärten, war die Zustimmung deutlich höher. Das ist eine klare Botschaft an das Management: Wer Präsenz verlangt, muss den betrieblichen Mehrwert konkret benennen. Andernfalls entsteht schnell der Eindruck, es gehe vor allem um Kontrolle. Genau das vermuten viele Beschäftigte bereits. Für Arbeitgeber ist das heikel, denn Vertrauen ist eine produktive Ressource. Geht es verloren, leidet nicht nur die Stimmung, sondern oft auch die Bindung ans Unternehmen.

Pauschale Regeln bergen betriebliche Risiken

Hinzu kommt, dass Präsenzvorgaben nicht für alle Gruppen gleich wirken. Führungskräfte bewerten sie tendenziell positiver als Beschäftigte ohne Leitungsfunktion. Besonders kritisch ist die Lage für Mitarbeitende mit Betreuungsverantwortung, vor allem für Mütter. Wer hier undifferenziert steuert, verschärft Vereinbarkeitsprobleme und riskiert, dass Arbeitszeit reduziert oder Erwerbstätigkeit aufgegeben wird. Gerade unter Fachkräftemangel-Bedingungen ist das kein Randthema, sondern ein betriebswirtschaftliches Problem.

Entscheidend ist nicht mehr Büro, sondern bessere Organisation

Für Arbeitgeber folgt daraus kein Plädoyer gegen Präsenzarbeit. Im Gegenteil. Präsenz kann sehr wertvoll sein, wenn sie gezielt eingesetzt wird, etwa für Zusammenarbeit, Führung, Onboarding oder Innovation. Aber sie sollte kein Selbstzweck sein. Erfolgreiche Unternehmen werden deshalb nicht einfach Homeoffice zurückdrehen. Sie werden begründen, differenzieren und die Realität ihrer Belegschaft mitdenken. Wer das schafft, stärkt nicht nur Zusammenarbeit, sondern auch Attraktivität als Arbeitgeber.


Hans-Böckler-Stiftung vom 23.03.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

Weitere Meldungen


Steuerboard

Dmytro Shyshkin


27.10.2026

Carried Interest bei Private-Equity-Fonds unterliegt nicht der Umsatzsteuer

Mit Urteil vom 07.05.2026 (5 K 100/25) hat das FG Niedersachsen entschieden, dass weder ein kapitaldisproportionaler Carried Interest, der erst nach Rückzahlung des eingezahlten Kapitals und Erreichen einer Mindestrendite entsteht, noch der kapitalproportionale Anteil am verbleibenden Liquidationserlös der Umsatzsteuer unterliegen.

weiterlesen
Carried Interest bei Private-Equity-Fonds unterliegt nicht der Umsatzsteuer

Meldung

©gguy/fotolia.com


27.10.2026

Cum-Ex-Geschäfte: Bank muss Millionen an Hinterziehungszinsen zahlen

Cum-Ex-Geschäfte können auch Jahre später zu erheblichen Hinterziehungszinsen führen, wie das Finanzgericht Hamburg klargestellt hat.

weiterlesen
Cum-Ex-Geschäfte: Bank muss Millionen an Hinterziehungszinsen zahlen

Meldung

©BachoFoto/fotolia.com


27.10.2026

Entgelttransparenz: Unternehmen erwarten steigende Lohnkosten

Die neuen Entgelttransparenzregeln erhöhen den Handlungsdruck auf Arbeitgeber und können erhebliche Kosten und Konflikte verursachen.

weiterlesen
Entgelttransparenz: Unternehmen erwarten steigende Lohnkosten
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht