Hoher Anstieg des Real- und Nominallohnindex


Positiver Trend: Deutlicher Anstieg des Real- und Nominallohnindex im 2. Quartal 2015 | © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2015

Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten lag in Deutschland im zweiten Quartal 2015 bei 3.616 Euro. Vollzeitbeschäftigte in leitender Stellung verdienten monatlich brutto durchschnittlich 6.584 Euro. Bei den angelernten Arbeitnehmern belief sich der entsprechende Wert auf 2.489 Euro, bei den ungelernten auf 2.084 Euro.

Der Nominallohnindex ist nach den Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung zwischen dem zweiten Quartal 2014 und dem zweiten Quartal 2015 um 3,2 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum erhöhte sich der Verbraucherpreisindex um 0,5 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, führte dies zu einem Anstieg des Reallohnindex um 2,7 Prozent. Dies war der höchste Zuwachs seit Beginn dieser Zeitreihe im Jahr 2008.

Differenzierung nach Leistungsgruppen

Der nominale Verdienstzuwachs zwischen dem zweiten Quartal 2014 und dem zweiten Quartal 2015 war bei den geringfügig Beschäftigten mit +5,0 Prozent verglichen mit den Voll- (+3,2 Prozent) und Teilzeitbeschäftigten (+3,3 Prozent) überdurchschnittlich hoch. Differenziert nach den sog. Leistungsgruppen zeigt sich zudem, dass ungelernte Arbeitnehmer mit einem Lohnanstieg von 4,8 Prozent deutlich stärker als andere Beschäftigtengruppen vom Verdienstzuwachs profitierten. Gleiches gilt für Arbeitnehmer in den neuen Ländern (+4,6 Prozent) verglichen mit Beschäftigten im früheren Bundesgebiet (+3,1 Prozent). Ein überdurchschnittlicher Anstieg des Nominallohnindex bei den geringfügig Beschäftigten, bei den ungelernten Arbeitnehmern sowie bei den Beschäftigten in Ostdeutschland zeigte sich bereits im ersten Quartal 2015. Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro. In welchem Maße die Einführung des Mindestlohns die Veränderungsraten des Nominal- beziehungsweise Reallohnindex beeinflusst haben, lässt sich nicht quantifizieren.

(Statistisches Bundesamt / Viola C. Didier)


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