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Führungskräfte gegen bedingungsloses Grundeinkommen


Obwohl sie auch Vorteile sehen, halten die Führungskräfte das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens insgesamt nicht für stimmig und wollen bei der Lösung des Problems der sozialen Ungleichheit nicht nach dem ersten Strohhalm greifen. | ©zest_marina/fotolia.com

Eine aktuelle EY-Studie zum bedingungslosen Grundeinkommen, zeigt, dass Führungskräfte besorgt sind über die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland. Dennoch wird die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens mehrheitlich als betriebswirtschaftlich schädigend betrachtet.

Vom Produktivitätsfortschritt durch neue Technologien wie Roboter, künstliche Intelligenz oder Blockchain werden nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen profitieren. Davon sind 73 % der in einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung EY befragten Personalleiter und Geschäftsführer überzeugt. Sie fürchten, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich in Zukunft weiter öffnen wird. Befragt wurden 301 Personalverantwortliche, Inhaber und Geschäftsführer von Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern. 71 % der Führungskräfte, die sich intensiv mit dem Thema Personal beschäftigen, haben in den vergangenen fünf Jahren starke oder sehr starke Veränderungen in ihrem Unternehmen durch die Digitalisierung erlebt. In 17 % der Firmen wurden digitalisierungsbedingt Arbeitsplätze abgebaut, besonders stark betroffen war der Finanzsektor mit 43 %. Für die Zukunft gehen die befragten Personalleiter und Geschäftsführer von einer deutlichen Verschärfung dieser Entwicklung aus.

Bedingungsloses Grundeinkommen ist betriebswirtschaftlich schädigend

Dennoch spricht sich die große Mehrheit der Führungskräfte nicht für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland aus, bei dem jeder Bürger unabhängig von seiner Leistung und seiner Lebenssituation einen bestimmten Betrag als Grundsicherung erhalten soll. So sind 84 % der Umfrageteilnehmer der Ansicht, dass bei dem derzeit stark diskutierten Konzept die Nachteile überwiegen oder dass sich Vor- und Nachteile die Waage halten (jeweils 42 %). Lediglich 14 % befürworten das bedingungslose Grundeinkommen. 67 % halten es für betriebswirtschaftlich schädigend, weil in den unteren Einkommensklassen die Arbeitsmotivation sinken würde.

Negative Auswirkungen auf die Motivation

Auch was ihr eigenes Unternehmen betrifft, gehen die Befragten unterm Strich von negativen Auswirkungen auf die Motivation der Belegschaft aus: 37 % erwarten, dass die Leistungsbereitschaft sinkt, wohingegen nur 5 % von einem steigenden Einsatz ausgehen. Positive Aspekte des bedingungslosen Grundeinkommens sind nach Einschätzung von 62 % der Befragten die Einsparung von Verwaltungskosten, wenn bisherige Sozialleistungen wegfallen. Und: Wenn Menschen eine Grundabsicherung erhalten, werden sie häufiger bereit sein, auch kurzfristige Jobs anzunehmen und beruflich etwas zu wagen (45 %). Sollte es ein bedingungsloses Grundeinkommen geben, halten 41 % der Führungskräfte einen Betrag zwischen 751 und 1.000 Euro für adäquat, um die Bedürfnisse der gesellschaftlichen Teilhabe zu erfüllen. Damit nennen sie etwa die Höhe der Zuwendungen, die ein Hartz IV-Empfänger erhält.

(EY, PM vom 29.04.2018 / Viola C. Didier)


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