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Digitalisierung: Gefahr für den Arbeitsplatz?


Digitale Hilfsmittel wie Smartphones, Computerprogramme oder Services aus der Cloud sowie Künstliche Intelligenz und Digitalisierung von Arbeitsschritten haben die Art und Weise, wie wir arbeiten, völlig verändert. | ©BillionPhotos.com/fotolia.com

Auf 67 % der Arbeitnehmer hat Digitalisierung bereits einen erheblichen Einfluss und jeder Dritte rechnet künftig mit gravierenden Veränderungen im Aufgabenbereich. 30 % der Über-60-Jährigen fühlen sich dem Wandel nicht gewachsen, zeigt die aktuelle EY-Jobstudie, für die 1.400 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden.

Arbeiten mit Smartphone oder Tablet, Automatisierung, virtuelle Teams – die Digitalisierung beeinflusst den Arbeitsalltag immer mehr und führt dazu, dass Aufgaben erheblich verändert oder sogar ersetzt werden. Auf zwei von drei Arbeitnehmern (67 %) hat die Digitalisierung nach eigener Aussage bereits einen erheblichen oder mittleren Einfluss. Gar keinen Einfluss spürt gerade einmal jeder sechste Arbeitnehmer (17 %).

Jeder Sechste sieht den Arbeitsplatz in Gefahr

So sagen jetzt schon 9 %, dass neue Technologien in erheblichem Umfang Teile ihrer Arbeit ersetzt haben – bei 29 % immerhin geringfügig. Bei etwa jedem Sechsten (16 %) gehen die Veränderungen sogar so weit, dass sie ihren Arbeitsplatz in Gefahr sehen. Und die Auswirkungen werden eher noch zunehmen: 70 % der Beschäftigten gehen davon aus, dass sich durch die Digitalisierung ihr eigener Aufgabenbereich verändern wird – fast jeder Dritte (32 %) rechnet sogar mit einer erheblichen Veränderung. Konkret wirken sich bei 59 % internetfähige Arbeitsgeräte wie Tablet oder Smartphone auf ihren Job aus. Neue Programme und IT-Anwendungen sind bei 57 % Teil des Jobs. Die Digitalisierung und Automatisierung etwa in Produktion oder Entwicklung betrifft 49 %.

Auch junge Arbeitnehmer fühlen sich überfordert

Noch sagen 40 %, dass sie sich den Veränderungen durch die Digitalisierung immer gewachsen fühlen, 44 % geben an, dass dies meistens der Fall sei. Allerdings haben immerhin 16 % erhebliche Probleme mit der Digitalisierung: Sie fühlen sich den neuen Herausforderungen selten oder nie gewachsen. Dieser Anteil dürfte allerdings deutlich zunehmen, wenn neue Automatisierungstechnologien in immer mehr Unternehmen Einzug halten. Am höchsten ist der Anteil derer, die Schwierigkeiten mit den Veränderungen haben, mit 30 % erwartungsgemäß bei den Über-60-Jährigen. Doch auch die Bis-20-Jährigen fühlen sich mit einem überdurchschnittlichen Anteil von 22 % überfordert.

Fast die Hälfte der Unternehmen lässt Mitarbeiter mit der Digitalisierung allein

In vielen Unternehmen werden bereits entsprechende Fort- und Weiterbildungen angeboten: 58 % der Befragten berichten, dass es in ihrem Unternehmen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gibt. Aber: Immerhin 42 % werden nicht von ihren Unternehmen auf die Veränderungen vorbereitet. Ausgerechnet in der freien Wirtschaft, die sich durch den Konkurrenzdruck eigentlich stärker neuen Technologien öffnen muss, sind die Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen noch unterdurchschnittlich verbreitet: 52 % der dort Beschäftigten erhalten entsprechende Angebote. Im öffentlichen Dienst sind es dagegen 67 %.

Arbeitsbelastung höher und Arbeitsprozesse komplizierter geworden

Dass sich einige Arbeitnehmer überfordert fühlen und sich Sorgen machen, könnte auch daran liegen, dass die neue Technik das Arbeitsleben offenbar eher schwieriger als leichter macht – und zwar in allen Branchen: 28 % sagen, dass sich ihre Arbeitsbelastung durch die Digitalisierung erhöht hat, wohingegen nur 13 % von einer geringeren Belastung berichten. Zudem sind die Arbeitsprozesse für mehr Befragte komplizierter als einfacher geworden: 36 % der Befragten müssen komplexere Arbeitsprozesse bewältigen, nur 26 % freuen sich dagegen über einfachere Prozesse.

(EY, PM vom 16.11.2017 / Viola C. Didier)


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