Deutscher M&A-Markt startet stark in 2017


Deutsche Unternehmen sind gegenwärtig insbesondere für andere deutsche Unternehmen attraktiv. Knapp 60 Prozent aller Transaktionen werden gegenwärtig innerhalb von Deutschland abgewickelt. | © Tim/Fotolia.com

Der rasante Aufwärtstrend bei Übernahmen von und Fusionen mit deutschen Unternehmen setzt sich fort, wie die aktuellen Berechnungen des ZEW-ZEPHYR M&A-Index zeigen. Die Übernahmen von und Fusionen mit deutschen Unternehmen befinden sich damit auf dem Weg zu historischen Höchstwerten.

Der Index, basierend auf der Anzahl der monatlich getätigten Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A), legte einen fulminanten Start in das Jahr 2017 hin und kletterte im Januar auf 132 Punkte – nur im Januar 2016 wurde mit 133 Punkten ein noch größerer Indexwert erreicht. Auch der gleitende Zwölf-Monatsdurchschnitt des Index befindet sich mit 98 Indexpunkten weiterhin auf einem hohen Niveau (Stand Januar 2017) und steht kurz davor, die 100-Punkte-Marke zum ersten Mal seit 2009 zu knacken. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, auf Basis der Zephyr-Datenbank von Bureau van Dijk.

Die größten Deals

Den größten Deal des vergangenen halben Jahres stellte die Übernahme des Augsburger Maschinenbauers und Roboterherstellers Kuka dar. Dieses Geschäft kostete den chinesischen Elektrogeräte-Produzenten Mecca International rund 3,7 Milliarden Euro. Die Übernahme wurde dabei von politischen Diskussionen begleitet, da ein Abwandern von deutschem Know-how befürchtet wurde. Vorherige Versuche, Kuka an ein deutsches Unternehmen zu veräußern, scheiterten jedoch.

Drei Milliarden Euro für Chemetall

In der Chemiebranche gelang es, das Frankfurter Traditionsunternehmen Chemetall in deutschen Händen zu halten, denn den Zuschlag für den Marktführer im Bereich Lacke und Oberflächenbehandlung für Automobil- und Luftfahrtindustrie erhielt die BASF. Den Ludwigshafener Chemieriesen kostete Chemetall, das sich zuvor im Besitz des US-Konzerns Albemarle befand, knapp drei Milliarden Euro, nachdem sich die BASF bei der aktuellen Mergerwelle in der Chemiebranche zuvor eher in Zurückhaltung geübt hatte.

SEB übernimmt WMF

Insgesamt wurden allein von Dezember 2016 bis Januar 2017 noch fünf weitere Deals mit einem Transaktionsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro abgeschlossen, darunter beispielsweise auch die Übernahme des schwäbischen Besteck- und Küchengeräteherstellers WMF durch das französische Unternehmen SEB. Mit der jüngsten Übernahme des Autobauers Opel durch die Peugeot-Mutter PSA kam ein weiterer Deal dazu.

(ZEW, PM vom 10.04.2017/ Viola C. Didier)


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