• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • BMF präzisiert Vorsteuer bei Kleinunternehmerwechsel

11.11.2025

Meldung, Steuerrecht

BMF präzisiert Vorsteuer bei Kleinunternehmerwechsel

Ein neues BMF-Schreiben stellt klar: Wer von der Kleinunternehmerregelung zur Regelbesteuerung wechselt (oder umgekehrt), darf den Vorsteuerabzug für vor dem Wechsel bezogene Leistungen nicht rückwirkend geltend machen. Auch Voraus- oder Anzahlungsrechnungen sind davon betroffen.

Beitrag mit Bild

©Tobias Arhelger/fotolia.com

Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG befreit Unternehmer bis zu bestimmten Umsatzgrenzen von der Umsatzsteuerpflicht. Wechselt ein solcher Unternehmer zur Regelbesteuerung, etwa weil die Umsatzgrenzen überschritten werden oder freiwillig, darf er die Vorsteuer für bereits vor dem Wechsel bezogene Leistungen nicht geltend machen, selbst wenn diese Leistungen für künftige steuerpflichtige Umsätze genutzt werden sollen. Das gilt unabhängig davon, ob der Wechsel bereits konkret bevorsteht oder nur wahrscheinlich ist. Auch Vorsteuerbeträge aus Voraus- und Anzahlungsrechnungen unterliegen diesem Abzugsverbot.

Vorsteuerberichtigung nur unter engen Voraussetzungen

Erst mit dem tatsächlichen Wechsel zur Regelbesteuerung ändert sich die umsatzsteuerliche Ausgangslage. Eine Vorsteuerberichtigung zugunsten des Unternehmers kann dann ausschließlich unter den Bedingungen des § 15a UStG erfolgen, etwa bei der späteren Verwendung von Wirtschaftsgütern für steuerpflichtige Umsätze und nur, wenn die Bagatellgrenzen des § 44 UStDV beachtet werden.

Der umgekehrte Fall – also der Übergang von der Regelbesteuerung zurück zur Kleinunternehmerregelung – führt ebenfalls zu einer Änderung der Verhältnisse. Dann ist eine zuvor erfolgte Vorsteuererstattung unter den gleichen gesetzlichen Voraussetzungen zu korrigieren – diesmal jedoch zulasten des Unternehmers.

Anpassung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat jetzt mit BMF-Schreiben vom 10.11.2025 den Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) entsprechend angepasst. Das Schreiben gilt für alle offenen Fälle, also auch rückwirkend. Eine Übergangsregelung sieht jedoch vor, dass sich Unternehmer in Umsatzsteuererklärungen, die bis zum 10.11.2025 abgegeben wurden, noch auf die alte Rechtslage berufen dürfen. In späteren Jahren ist die neue Rechtsauffassung dann aber anzuwenden.


BMF vom 10.11.2025 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

Weitere Meldungen


Meldung

©Coloures-Pic/fotolia.com


26.10.2026

BAG zum Kündigungsschutz als sog. Vorfeldinitiator

Der besondere Kündigungsschutz für Betriebsratsinitiatoren greift früh, muss aber rechtzeitig beim Arbeitgeber geltend gemacht werden.

weiterlesen
BAG zum Kündigungsschutz als sog. Vorfeldinitiator

Meldung

©8vfanrf /123rf.com


23.10.2026

Virtuelle Mitarbeiteroptionen: Kapitalertrag statt Arbeitslohn?

Wer nach dem Jobwechsel eigenes Kapital in virtuelle Mitarbeiteroptionen investiert, kann steuerlich erheblich profitieren.

weiterlesen
Virtuelle Mitarbeiteroptionen: Kapitalertrag statt Arbeitslohn?

Meldung

©kebox/fotolia.com


23.10.2026

Beschäftigte erwarten mehr vom Arbeitgeber als Gehalt

Finanzielle Sorgen belasten Beschäftigte zunehmend und machen gezielte Mitarbeiter-Benefits für Unternehmen immer wichtiger.

weiterlesen
Beschäftigte erwarten mehr vom Arbeitgeber als Gehalt
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht