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BFH zur Anpassung der Ost-Renten

Rente
Der BFH hat sich mit dem steuerfreien Teil der Renten aufgrund der Anpassung des aktuellen Rentenwertes (Ost) beschäftigt und eine Erhöhung des Freibetrags abgelehnt. | ©bilderstoeckchen/fotolia.com

Auch die reguläre Anpassung der Renten anhand des aktuellen Rentenwertes (Ost) stellt eine regelmäßige Anpassung i.S. des Einkommensteuergesetzes dar und führt nicht zur Neuberechnung des steuerfreien Teils der Altersrente. Dies hat der BFH klargestellt.

Die zusammen mit der „normalen“ Erhöhung der Renten erfolgende Angleichung der Renten im Beitrittsgebiet an das Westniveau stellt eine regelmäßige Rentenanpassung im Sinne des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa Satz 7 EStG dar. Sie kann daher nicht zu einer Neuberechnung des steuerfreien Teils der Altersrente (sog. Rentenfreibetrag) führen. Darin liegt keine verfassungswidrige Ungleichbehandlung zwischen den in den neuen Bundesländern gezahlten Altersrenten und den Altersrenten aus dem übrigen Bundesgebiet. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 03.12.2019 (X R 12/18) entschieden.

Streit nach Anpassung der Ost-Renten

Im Streitfall bezogen der Kläger und seine verstorbene Ehefrau Altersrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, berechnet nach dem aktuellen Rentenwert (Ost). Der Kläger war der Ansicht, dass die Anpassung des allgemeinen Rentenwertes (Ost) an das Westniveau zu einer Erhöhung des Rentenfreibetrages führen müsse, da er ansonsten zu niedrig sei. Sowohl das Finanzamt als auch das Finanzgericht lehnten dies ab.

Rentenerhöhungen führen nicht zu höherem Freibetrag

Der BFH sah das ebenso. Er wies darauf hin, dass reguläre Rentenerhöhungen nach dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers nicht zu einer Erhöhung des Rentenfreibetrags führen. Dies gelte nicht nur für die „normalen“ jährlichen Rentenerhöhungen. Es gilt auch für die Anpassung der in den neuen Bundesländern gezahlten Renten an das Westniveau. In beiden Fällen komme den regulären Rentenerhöhungen eine soziale Funktion zu, die Stellung des Rentners im jeweiligen Lohngefüge zu erhalten und fortzuschreiben. Sie dynamisierten ähnlich einer Wertsicherungsklausel lediglich die Werthaltigkeit dieser Renten, im Fall der Anpassung des aktuellen Rentenwertes (Ost) bezogen auf das Lohngefüge des Beitrittsgebietes.

(BFH, PM vom 27.02.2020 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)

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