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Ausbildungsvergütung: Zwischen 610 und 1.580 Euro

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Auch für Auszubildende spielt es eine große Rolle, ob ihr Betrieb nach Tarif zahlt, oder nicht. Denn für sie gilt der gesetzliche Mindestlohn nicht. | ©bluedesign/fotolia.com

Die in Tarifverträgen vereinbarten Ausbildungsvergütungen unterscheiden sich je nach Branche und Ausbildungsjahr sehr stark. Die Spannbreite reicht von 610 Euro im Kfz-Handwerk Thüringen bis zu 1.580 Euro im westdeutschen Bauhauptgewerbe.

Eine aktuelle Auswertung von 16 ausgewählten Tarifbranchen des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigt kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahrs 2018 erhebliche regionale und branchenspezifische Unterschiede.

Wo sich schon das erste Jahr lohnt

Bei der Höhe der tariflichen Ausbildungsvergütungen lassen sich für das erste Ausbildungsjahr drei Gruppen unterscheiden. Die höchsten Ausbildungsvergütungen mit monatlichen Beträgen zwischen 900 und 1.000 Euro finden sich im Bank- und Versicherungsgewerbe, im öffentlichen Dienst, in der chemischen Industrie, in der Druckindustrie und bei der Deutschen Bahn AG. Der absolute Spitzenreiter ist jedoch die Metall- und Elektroindustrie, die als einzige Branche bereits im ersten Ausbildungsjahr in den meisten Regionen mehr als 1.000 Euro zahlt.

Höhe der Vergütung ist stark von Branche abhängig

Eine zweite Gruppe mit Ausbildungsvergütungen zwischen 700 und 900 Euro umfasst die Textilindustrie, das Bauhauptgewerbe, den Einzelhandel, die Holz- und Kunststoffverarbeitende Industrie und die Süßwarenindustrie sowie in Westdeutschland das Private Verkehrsgewerbe, das Gebäudereinigerhandwerk, das Hotel- und Gaststättengewerbe und das KFZ-Handwerk. In der Gruppe mit den niedrigsten Ausbildungsvergütungen mit Beträgen von weniger als 700 Euro finden sich ausschließlich ostdeutsche Tarifbereiche. Das Schlusslicht in den hier untersuchten Branchen bildet mit einer Vergütung von 610 Euro das KfZ-Handwerk in Thüringen.

Regionale Unterschiede deutlich spürbar

Ähnlich große Unterschiede zeigen sich auch in den weiteren Ausbildungsjahren. Im dritten Ausbildungsjahr variieren die Ausbildungsvergütungen zwischen 1.475 Euro im westdeutschen Bauhauptgewerbe und 710 Euro im Kfz-Handwerk in Thüringen. Die aktuellen Ausbildungsvergütungen zeigen damit ähnlich große Differenzierungen wie die Tariflöhne. Legt man das 3. Ausbildungsjahr zugrunde, zeigen sich folgende regionale Differenzen bei den monatlichen Ausbildungsvergütungen. Beispielsweise liegen bei den gewerblichen Auszubildenden im Bauhauptgewerbe die Unterschiede bei bis zu 285 Euro mit 1.475 Euro im Westen und 1.190 Euro im Osten. Am größten sind die regionalen Unterschiede mit 296 Euro im Kfz-Handwerk, wo in Baden-Württemberg 956 Euro und in Brandenburg 660 Euro gezahlt werden.

Online-Service zum Abruf

Das WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung bietet zu den Ausbildungsvergütungen einen kostenlosen Online-Service an: Für 27 Wirtschaftszweige und Tarifbereiche können die tariflichen Ausbildungsvergütungen gegliedert nach Ausbildungsjahren abgerufen werden.

(Hans Böckler Stiftung, PM vom 25.07.2018 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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