29.06.2018

Arbeitsrecht, Meldung

Akademiker erledigen immer mehr Routinearbeit

Beitrag mit Bild

©putilov_denis/fotolia.com

Automatisierung und Digitalisierung führen nicht dazu, dass Beschäftigte ausschließlich kreative Aufgaben übernehmen, während Maschinen die Routinetätigkeiten abarbeiten. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Auch der Arbeitsalltag von Akademikern ist zunehmend durch Routine geprägt.

Als Gewinner des digitalen Wandels gelten Programmierer, Datenwissenschaftler und jene, die ihr Geld mit Fähigkeiten verdienen, die eine Maschine nicht so schnell ersetzen kann. Die Erwartung, dass umgekehrt Routinetätigkeiten aus dem Arbeitsalltag verschwinden, bestätigt sich bislang jedoch nicht. Die IW-Untersuchung auf Basis von sechs Erwerbstätigenbefragungen des Bundesinstituts für Berufsbildung zeigt, dass die Jobs von Beschäftigten mit Hochschulabschluss zunehmend durch Routine geprägt sind: Im Jahr 1979 gaben nur 18 % der befragten Akademiker an, häufig Routinetätigkeiten auszuüben, 2012 – dem Jahr der aktuellsten Befragung – waren es 23 %.

Pflege von Datenbanken, Überprüfung von Einstellung

„Mit der zunehmenden Automatisierung steigen die Anforderungen zwar insgesamt, gleichzeitig müssen Hochqualifizierte aber auch immer mehr Routineaufgaben bewältigen“, erklärt IW-Experte Michael Zibrowius. Dazu gehörten beispielsweise die regelmäßige Pflege von Datenbanken oder die tägliche Überprüfung der korrekten Einstellung einer Fertigungsmaschine. Auch bei den Beschäftigten anderer Qualifikationsniveaus ist der Routineanteil gestiegen. Von den Erwerbstätigen ohne Berufsabschluss üben inzwischen 64 % häufig Routinetätigkeiten aus, 1979 waren es 54 %.

Arbeit ist nicht einfacher geworden

Aus dieser Entwicklung lässt sich allerdings nicht ableiten, dass die Arbeit einfacher geworden ist – auch sehr komplexe Tätigkeiten können routiniert ablaufen, wenn sie immer wieder in ähnlicher Form ausgeführt werden. Das gilt zum Beispiel für den parallelen Umgang mit mehreren Computerprogrammen. „Die aktuell gute Arbeitsmarktlage zeigt, dass mehr Routine im Job keineswegs den Arbeitsplatz gefährden muss. Auch in Zeiten des digitalen Wandels gibt es weiterhin Bedarf für menschliche Routinearbeit“, so Zibrowius.

(IW Köln, PM vom 22.06.2018 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Steuerboard

Martin Liebernickel


14.10.2026

Erbschaftsteuer erneut in Karlsruhe: Länderautonomie und die Grenzen der Betriebsvermögensverschonung

Die Erbschaftsteuer steht erneut vor einer verfassungsrechtlichen Standortbestimmung. Mit den mündlichen Verhandlungen vom 12. und 13.10.2026 hat der Erste Senat des BVerfG zwei unterschiedliche Fragen aufgegriffen.

weiterlesen
Erbschaftsteuer erneut in Karlsruhe: Länderautonomie und die Grenzen der Betriebsvermögensverschonung

Meldung

fabrikacrimea/123rf.com


14.10.2026

ESMA legt Prüfungsschwerpunkte 2026 fest

Die ESMA setzt 2026 neue Prüfungsschwerpunkte bei Finanzberichten, Nachhaltigkeitsangaben und der digitalen Berichterstattung.

weiterlesen
ESMA legt Prüfungsschwerpunkte 2026 fest

Meldung

©cirquedesprit/fotolia.com


14.10.2026

Nachfolgemonitor 2026: Frauenanteil auf Rekordtief

Die Unternehmensnachfolge im deutschen Mittelstand wird durch Demografie, den sinkenden Frauenanteil und erheblichen Modernisierungsbedarf erschwert.

weiterlesen
Nachfolgemonitor 2026: Frauenanteil auf Rekordtief
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht