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Ältere Mitarbeiter sind am loyalsten


56 Prozent der Arbeitnehmer halten sich für unterbezahlt – ob hier das neue Lohntransparenz-Gesetz hilft? Personalabteilungen sind jedenfalls gefragt, ein transparentes Gehaltsgefüge zu etablieren. | ©alphaspirit/fotolia.com

Macht der lange Aufschwung die Deutschen zu bequem? In einer aktuellen Umfrage zeigen sich deutsche Arbeitnehmer mehrheitlich loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber, zufrieden mit ihrem Job, und mit wenig Interesse an einem Jobwechsel.

82 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland geben an, dass sie sich ihrem Arbeitgeber verbunden fühlen – ein Drittel (34 Prozent) sogar sehr. Vor zwei Jahren war die Loyalität nicht ganz so hoch – da fühlten sich insgesamt 77 Prozent ihrem Arbeitgeber verbunden. Dabei können sich die Unternehmen vor allem auf ihre ältesten Mitarbeiter verlassen: 38 Prozent der Arbeitnehmer über 60 Jahre fühlen sich mit ihrem Arbeitgeber sogar sehr eng verbunden, während das bei den unter 21-Jährigen nur 17 Prozent von sich sagen.

Die Arbeitsplätze sind sicher

Gleichzeitig machen sich elf Prozent der Jüngeren aktiv auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber, aber nur zwei Prozent der Über-60-Jährigen. In keiner Altersklasse ist die gefühlte Arbeitsplatzsicherheit außerdem so hoch wie bei den ältesten Befragten: 62 Prozent schätzen ihren Arbeitsplatz als sicher ein. Über alle Altersklassen hinweg hält mehr als jeder zweite Arbeitnehmer (53 Prozent) seinen Arbeitsplatz zudem für sehr sicher – das sind deutlich mehr als vor zwei Jahren (42 Prozent). Derzeit machen sich – wie schon vor zwei Jahren – 13 Prozent der Befragten Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Das sind Ergebnisse der EY-Jobstudie, für die 1.400 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden.

Mehrheit hält sich für unterbezahlt

Immerhin 56 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland halten sich für unterbezahlt – nur 43 Prozent denken, dass sie für ihre Leistung genauso viel verdienen sollten, wie sie bekommen. Gerade einmal ein Prozent der Befragten ist der Meinung, mehr zu erhalten als ihnen eigentlich zusteht. Im Durchschnitt liegt die Mehrbezahlung, die die Befragten fordern, bei knapp 9,8 Prozent, wobei Frauen mit 10,4 Prozent ein höheres Plus fordern als Männer (9,2 Prozent). Dennoch hält eine Mehrheit von 71 Prozent das Gehaltsgefüge im eigenen Unternehmen für absolut oder überwiegend fair. Als problematisch empfinden die Arbeitnehmer hingegen die Einkommensverteilung in Deutschland insgesamt: Nur 24 Prozent halten sie für absolut oder überwiegend gerecht; 25 Prozent bezeichnen sie sogar als absolut ungerecht.

Weniger Aufstiegsmöglichkeiten – weniger Karrierewunsch

An Aufstiegsmöglichkeiten mangelt es derzeit offenbar: Nur 40 Prozent der Befragten sehen für sich im eigenen Unternehmen Karrierechancen – das sind sieben Prozentpunkte weniger als noch vor zwei Jahren. Vor allem Frauen kommen irgendwann auf der Karriereleiter nicht voran: Nur 37 Prozent von ihnen sehen entsprechende Möglichkeiten, während es bei den Männern immerhin noch 44 Prozent sind. Allerdings ist der Wunsch nach Karriere im eigenen Unternehmen auch deutlich weniger ausgeprägt als noch vor zwei Jahren. Während 2015 noch bei einer Mehrheit der Männer (58 Prozent) der Wunsch nach mehr Karrierechancen bestand, wünscht sich derzeit nur eine Minderheit von 38 Prozent entsprechende Möglichkeiten.

(EY, PM vom 06.08.2017/ Viola C. Didier)


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