Aufsätze Betriebswirtschaft

Die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse – Ein Plädoyer für die gemeinsame Berufsausübung

Die gemeinsame Berufsausübung stellt eine Form der Zusammenarbeit dar, die gerade bei mittelständischen Wirtschaftsprüfern anzutreffen ist und welche im Rahmen der Überprüfung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers sowohl eine den Ausschluss erweiternde als auch eingrenzende Wirkung hat. In diesem Beitrag wird aufgezeigt, dass die Interpretation, wonach die gemeinsame Berufsausübung bei Jahresabschlussprüfungen sog. Public Interest Entities (PIEs) bei der Überprüfung der umsatzbezogenen Unabhängigkeit nicht mehr zu berücksichtigen sein soll, vor dem Hintergrund von Sinn und Zweck der Regelung nicht überzeugen kann. Zudem dient die gemeinsame Berufsausübung dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Wirtschaftsprüfer und damit der Erreichung eines zentralen Ziels der jüngsten Abschlussprüferreform.

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Die „Nullbilanz“: ein rechtliches Nullum, notfalls strafrechtlich sanktioniert

Es wird gezeigt, dass die Einreichung eines Jahresabschlusses samt Nullbilanz entgegen der Rechtsprechung und herrschenden Lehre nicht den Anforderungen der §§ 325 ff. HGB genügt. Es handelt sich nämlich schlicht um ein rechtliches Nullum. Folgt man dem nicht, zeigt der Beitrag außerdem, dass ein entsprechendes Vorgehen direkt in die Strafbarkeit der handelnden Geschäftsleiter führt.

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Betriebliche Altersversorgung im Jahresabschluss nach nationalen und internationalen Bilanzierungsgrundsätzen

– Bewertungsannahmen zum 31.12.2018 –

Das Zinsniveau zum Jahresende 2018 wird sich im Vergleich zum Vorjahresende voraussichtlich nur geringfügig erhöhen; der Rechnungszins für Pensionsverpflichtungen nach IFRS dürfte sich damit zum 31.12.2018 methoden- und bestandsabhängig voraussichtlich zwischen 1,7% und 2,2% einstellen. Die mehrjährigen Durchschnittszinssätze nach HGB sinken weiterhin deutlich; zum Jahresende ist ein Zins von 3,21% für Pensionsverpflichtungen (10-Jahres-Durchschnittszins) zu erwarten.

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Aufsichtsratsarbeit und Digitalisierung

– Ergebnisse einer aktuellen Panel-Untersuchung der Aufsichtsratspraxis –

Die Digitalisierung kennt weder hierarchische noch kompetenzielle Grenzen: Somit ist der Aufsichtsrat als Unternehmensorgan sowie die ihm überantwortete Überwachungs- und Beratungsarbeit zunehmend von der Digitalisierung betroffen. Dabei geht es aber keinesfalls nur um die technologischen und strategischen Herausforderungen für die einzelnen Unternehmen, sondern in vergleichbarem Maße auch um die eigene Aufsichtsratsarbeit und die Stellung sowie zukünftige Position der aktuellen Amtsinhaber. Eine umfassende empirische, aktuelle Panel-Untersuchung gibt erstmals einen detaillierten Einblick in den Stand der Digitalisierung im Aufsichtsrat einerseits sowie in die digitale Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand andererseits.

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Ausgestaltung des neuen Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers bei den DAX-, MDAX-, TecDAX- und SDAX-Unternehmen

In dem Beitrag wird die Umsetzung der erweiterten Anforderungen an die Berichterstattung des Abschlussprüfers bei 144 deutschen Index-Unternehmen analysiert. Demnach ist der Umfang des Bestätigungsvermerks infolge der inhaltlichen Erweiterungen deutlich gestiegen. Dies ist primär auf die neu eingeführte Berichterstattung über Key Audit Matters (KAM) zurückzuführen. Hierneben sind die Neuregelungen sowohl mit strukturellen Änderungen der Vermerke als auch einem erhöhten Individualisierungsgrad, speziell hinsichtlich der KAM-Ausführungen, verbunden. Darüber hinaus sind prüfer- sowie branchenbezogene Systematiken in Bezug auf die KAM-Darstellungen festzustellen. Durch den neuen Bestätigungsvermerk wird erstmalig eine – bislang den unternehmensinternen Adressaten des Prüfungsberichts vorbehaltene – Transparenz über die Verlässlichkeit der Abschlussinformationen geschaffen.

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Risikomanagement 20 Jahre nach KonTraG: Auf dem Weg zum entscheidungsorientierten Risikomanagement

In den 20 Jahren seit dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) haben sich die Anforderungen an das Risikomanagement deutlich gewandelt. Statt nur Transparenz über „bestandsgefährdende Entwicklungen“ ist nun ein integriertes, entscheidungsorientiertes Risikomanagement nötig. Dies folgt aus neuen regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen (§ 93 AktG, ISO 9001 von 2015, COSO ERM von 2017).

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Rechnungszins und Bewertung von Versorgungsverpflichtungen in Konzern- und Jahresabschlüssen 2018

Die für die Bewertung von Versorgungsverpflichtungen zum Jahresende nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS/US-GAAP) erwarteten Parameter Zins (1,75%-2,25%), voraussichtliche Lohn- (2,0%-3,0%) sowie Rentensteigerungen (1,4%-2,00%) entsprechen in etwa den Vorjahresannahmen. In der Rechnungslegung nach HGB wird der Zins erneut sinken, nämlich auf ca. 3,2%, wodurch tendenziell der Wert der Versorgungsverpflichtungen steigt. Schließlich werden die Änderungen an IAS 19 vom Februar 2018 in Bezug auf Planänderungen, -kürzungen und -abgeltungen kurz kommentiert und die Auswirkungen der Einführung der neuen Heubeck-Richttafeln 2018 G dargestellt und die verfassungsrechtliche Problematik des steuerlichen Rechnungszinsfußes von 6% sowie die steuerliche Rückstellungsbildung für Altersteilzeitverpflichtungen behandelt.

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Plädoyer für eine geschäftsmodellorientierte Unternehmensbewertung

– Modigliani/Miller zum 60. Jahrestag reloaded –

Auch 60 Jahre nach Modigliani/Miller wird die Unternehmensbewertung durch die Vorstellung dominiert, dass finanzierungsbedingte Steuervorteile (Tax Shields) den Unternehmenswert erhöhen. Gerade erst hat das IDW die Praxishinweise 2/2018 zur Abbildung von Verschuldung bei Unternehmensbewertungen veröffentlicht, die letztlich auf diesem Denken beruhen. Tatsächlich ist genau umgekehrt vorzugehen, d.h. Unternehmenswerte sind nicht um verschuldungsbedingte Zusatzeffekte zu ergänzen, sondern geplante Cashflows sind um ebendiese Effekte zu bereinigen. Diese Erkenntnis führt zu einem Primat des operativen Geschäftsmodells bei der Unternehmensbewertung.

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