Inhaltsverzeichnis 36/2020

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Inhaltsverzeichnis
36
7.9.2020
Betriebswirtschaft
Aufsätze
Abschlussprüfung

Zur Verschwiegenheitspflicht des Abschlussprüfers bei gesetzlichen Abschlussprüfungen
Prof. Dr. Kai-Uwe Marten
kai_uwe_marten

Von besonderem Interesse dürften im Rahmen einer Einsichtnahme in einen Prüfungsbericht mögliche Ausführungen gem. der Redepflicht des Abschlussprüfers (§ 321 Abs. 1 Satz 3 HGB) sein, die über Unrichtigkeiten oder Verstöße gegen die relevanten Rechnungslegungsnormen oder Gesetze und weitere Normen berichten, soweit diese den Bestand des Unternehmens gefährden oder dessen Entwicklung beeinträchtigen. Der interessierten Öffentlichkeit bleiben solche Informationen aufgrund der geltenden Rechtslage jedoch verborgen. Werden bspw. schwerwiegende Vorwürfe gegen den Abschlussprüfer öffentlich erhoben, solche Unrichtigkeiten oder Verstöße seien im Rahmen der Abschlussprüfung nicht festgestellt worden, ist der Abschlussprüfer zur Verschwiegenheit verpflichtet und kann sich zu diesen Vorwürfen nicht äußern. Stehen diese Vorwürfe über eine längere Zeitphase „unaufgeklärt“ im Raum, nimmt der jeweilige Finanzplatz nahezu unausweichlich Schaden. Darüber hinaus dürfte die Öffentlichkeit in einem solchen Fall ein berechtigtes Informationsinteresse an entsprechenden Auskünften des Abschlussprüfers haben. Der Gesetzgeber ist hier gefordert, robuste Kriterien zu entwickeln, unter welchen Umständen der Abschlussprüfer ein Rederecht (als Fortentwicklung der Redepflicht) hat und Informationen an die Öffentlichkeit geben kann, die zur sachlichen Aufklärung eines solchen Falls beitragen können. Eine Fortentwicklung der gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht des Abschlussprüfers ist vor dem Hintergrund des Wirecard-Falls angezeigt.

1857 ‑ 1862, DB1341345

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