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Eine Frau wird Börsenchefin in Riad

Als Frau darf sie sich in ihrem Land nicht hinters Lenkrad setzen, und bevor sie ein Bankkonto eröffnet, muss sie die Zustimmung ihres sogenannten "Beschützers" einholen. Doch einen der einflussreichsten Jobs, den Saudi-Arabien zu vergeben hat, bekam Sarah al-Suhaimi nun: Sie ist zur Chefin der saudi-arabischen Börse ernannt worden. Als ehemaliger Studentin der amerikanischen Eliteuniversität Harvard traut man ihr in Riad zu, mehr ausländisches Kapital ins Land zu holen. Das soll die Wirtschaft unabhängiger vom Ölgeld machen. Die größte regionale Börse rechnet mit einem Kapitalzufluss von "mehreren Milliarden Dollar", wie Suhaimis Vorgänger Khalid Al-Hassan im Januar in einem Interview sagte. Suhaimi ist keine "Alibifrau". Sie hat sich als Portfolio-Expertin und als Vorstandschefin der saudischen Investmentbank NCB Capital einen Namen gemacht. Die Ernennung der Finanzspezialistin sei Teil der Modernisierungsstrategie Riads, heißt es in der Tageszeitung "Saudi Gazette". Dass eine Frau

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"Wir sind überrascht worden"

Herr Köhlinger, was wissen Sie inzwischen über den Stand der Verhandlungen zwischen dem französischen Konzern PSA und Opel? Wir sind am Dienstag selbst überrascht worden - wie die Öffentlichkeit und die allermeisten Akteure selbst auch. PSA und GM schulden den Arbeitnehmern, den Betriebsräten, der IG Metall und der Öffentlichkeit immer noch Antworten: Was ist das industriepolitische Konzept? Welche Ziele und Strategien verfolgen PSA und GM? Welche Produkte werden gegebenenfalls an welchen Standorten produziert? Das ist im Moment alles offen. Opel-Chef Neumann hält den Zusammenschluss für sinnvoll. Sie auch? Es gibt ja bereits Kooperationserfahrungen mit PSA bei der Produktion gemeinsamer Fahrzeuge, und die sind keinesfalls schlecht zu bewerten. Ich glaube, dass ein Zusammengehen mit PSA ein paar positive Effekte in technischen Fragen haben könnte, etwa bei der Nutzung von Architekturen und Plattformen. Was glauben Sie, welche Ziele PSA verfolgt? Bei einem Zusammenschluss würde

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Ungewöhnliches Team

Warren Buffett scheut den Aufwand. Wenn seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway Unternehmen kauft, dann sind es nur solche, die bereits seit langer Zeit erfolgreich sind, über ein gutes Management verfügen und einfach so weiterlaufen können, ohne dass sich der 86 Jahre alte Milliardär aus Omaha, Nebraska, in die Geschäfte einmischen muss. Buffett ist stolz darauf, dass in seiner Zentrale nur 25 Mitarbeiter arbeiten, die den viertgrößten börsennotierten Konzern mit 417 Milliarden Dollar Börsenwert und 360 000 Mitarbeitern steuern. Gut 80 Unternehmen gehören zu seinem Konglomerat. Für komplizierte Restrukturierungsmaßnahmen fehlt schlicht das Personal. Daher setzt Buffett bei schwierigen Fällen auf 3G. Die New Yorker Private-Equity-Firma, die 2004 von Jorge Paulo Lemann und drei weiteren Partnern gegründet wurde, ist als Spezialist fürs Kostensenken bekannt und hat Buffett überzeugt. Berkshire Hathaway liefert die Finanzmittel, 3G macht die Arbeit: So war es schon bei der Übernahme

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Frohe Kunde für die Deutsche Bank

So viel Lob für die Deutsche Bank hat man lange nicht gehört: Der neue chinesische Großaktionär HNA preist das größte heimische Geldhaus als "sehr attraktives Investment". Das mag zwar für die vergangenen paar Monate stimmen, immerhin hat sich der Kurs seit dem Absturz auf das Rekordtief von unter zehn Euro Anfang Oktober in etwa verdoppelt. Aber seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 steht noch immer ein Wertverlust von etwa zwei Dritteln zu Buche. In diesen nüchternen Daten spiegelt sich der aktuelle Zustand des mächtigsten heimischen Geldhauses wider. Nach langem Siechtum ist die Deutsche Bank zwar langsam auf dem Weg der Besserung, aber bis zur vollständigen Genesung muss die Bank noch einen langen Weg hinter sich bringen - eine zermürbende Geduldsprobe für die Aktionäre. Auch wenn das größte Risiko, die bedrohlichen Rechtsrisiken, inzwischen durch teure Vergleiche aus dem Weg geräumt sind, ringt das Geldhaus noch immer um eine tragfähige Strategie. Und auch die Furcht vor einer neuen

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Die große Verunsicherung

Außen- und Sicherheitspolitik gehören normalerweise nicht zu den Kerngeschäften deutscher Konzernchefs. Selten zuvor hatten so viele Topmanager die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) besucht wie an diesem Wochenende. Siemens-Chef Joe Kaeser wartete im Foyer des Bayerischen Hofs ungeduldig auf sein Gespräch mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel. Nebenan, im großen Saal, lauschten Nikolaus von Bomhard (Munich Re), Linde-Chef Aldo Belloni, Bosch-Aufseher Franz Fehrenbach und Paul Achleitner (Deutsche Bank) gebannt den Worten der Sicherheitsexperten. "Das größte Risiko ist im Moment die politische Unsicherheit, die aktuell auch noch immer mehr zunimmt. Das spürt auch die Wirtschaft", warnte etwa Charles-Edouard Bouée, Chef der Unternehmensberatung Roland Berger. Der Franzose meinte damit indirekt vor allem die Politik von Donald Trump. Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Vizepräsident Mike Pence bemühten sich denn auch, die Wogen zu glätten: "Von Präsident Trump überbringe ich Ihnen die

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Führung und Geld trennen

Geld ist ein schlechter Motivator - und tatsächlich belegen dies viele Studien. Paradoxerweise legen andere Untersuchungen nahe, dass Menschen sehr wohl auf monetäre Anreize reagieren. Was ist richtig? Blickt man auf Konzerne wie Bosch, Daimler oder auch Deutsche Bahn, ist die Antwort klar: Die Belohnung von Einzelkämpfertum mittels Bonus ist passé. Und das mit gutem Grund. Denn der Arbeitgeber schuldet seinen Mitarbeitern keineswegs nur Geld, sondern auch Feedback und Entwicklungsmöglichkeiten. Der weit verbreitete Trugschluss: Alles wird miteinander zu einem Prozess und einem Gesamtrating verknüpft und mündet in den individuellen Bonus. Für Aufsichtsrat und Vorgesetzte ist eine solch mechanistische Betrachtungsweise praktisch. Doch die "Gesamtnote" erfordert eine möglichst objektive Beurteilung, während sich die Realität nicht immer messen lässt. Und so führt der mechanistische Ansatz dazu, dass die Führungsaufgabe und die - qualität leiden - vor allem, wenn der Prozess am Ende in

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Anwalt des Abstands

Falls Peugeot-Citroën (PSA) wirklich Opel und Vauxhall übernehmen wird, wie PSA-Chef Carlos Tavares es gerne hätte, wird die Familie Peugeot in Zukunft wohl eine weniger wichtige Rolle im Unternehmen spielen. Kündigt sich da ein neues Drama an? Nein, der rund 300 Personen starke Clan ist zwar noch mit dem Unternehmen verbunden, das seinen Namen trägt. Mit Marie-Hélène Peugeot-Roncoroni, Robert Peugeot und Frédéric Banzet sind im Aufsichtsrat noch drei Vertreter der Peugeot-Erben vertreten, Banzet als Mitglied ohne Stimmrecht. Doch ihr Schicksal haben die Peugeots nicht mehr an PSA geknüpft. Dafür hat Robert gesorgt. Mehr als zwei Jahrhunderte haben die Nachkommen der Gründer die Geschicke des seinerzeit als Eisengießerei gegründeten Unternehmens bestimmt. Seit 2014 ist das Vergangenheit, und nach einem Kauf des Europa-Geschäfts von GM würden sich die Peugeots wohl noch ein Stück weiter davon entfernen. Sollte es bei PSA im Zuge des Opel-Kaufs zu einer Kapitalerhöhung kommen, wird die Familie

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Rüsselsheimer Rechenspiele

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann ist es mittlerweile gewohnt, auch dann Optimismus zu verbreiten, wenn die Lage schwierig ist. In einem Brief machte er der Belegschaft am Freitag Mut. "Hier eröffnet sich die Chance, einen europäischen Champion zu schaffen", schrieb Neumann zu den Verkaufsverhandlungen mit dem französischen Autokonzern PSA (Peugeot Citroen). Nach 88 Jahren könne man "ein neues Kapitel aufschlagen". Bislang hat das Kapitel allerdings noch viele weiße Seiten. Denn bei den Verhandlungen stehen die Verantwortlichen von PSA und GM vor einem Dilemma, das sich kaum lösen lässt: Auf der einen Seite verlangen die Opel-Belegschaft und die Politik Beschäftigungsgarantien. Auf der anderen Seite müssten sich die Unternehmen schlanker aufstellen, um rentabel zu arbeiten. Die Vorschusslorbeeren für PSA-Chef Carlos Tavares sind groß. "Wenn einer Opel sanieren kann, dann Tavares", sagte ein Vorstandschef eines großen französischen Automobilzulieferers dem Handelsblatt. Die Bewertungsfirma

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Paul Polman gewinnt

Unilever versteht sich als selbstbewusster Konzern mit Weitblick. Das drückt sich bereits in der Architektur der Unternehmenszentralen aus. In London residiert Chef Paul Polman in einem Art-déco-Bau mit Blick auf die Themse. Am zweiten Sitz in Rotterdam hat das Unternehmen eine Margarinefabrik zu einem postmodernen Gebäuderiegel direkt am Wasser ausgebaut. Und die Deutschland-Zentrale in der Hamburger Hafencity ist wegen ihres Blicks auf die Elbe sogar ein Touristenmagnet. Doch mit der Unabhängigkeit des 1930 gegründeten britisch-niederländischen Konsumgüterherstellers hätte es bald vorbei sein können. Der US-Konzern Kraft Heinz wollte das Unternehmen für 143 Milliarden Dollar (134 Milliarden Euro) übernehmen. Polman hat das schroff abgelehnt. Man sehe keine Vorteile, weder finanziell noch strategisch, für die Aktionäre. "Unilever sieht keine Basis für weitere Diskussionen", teilte der Konzern am Freitag mit. Am Sonntagabend zeigte sich, dass Polmann sich durchgesetzt hat. Völlig überraschend

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Vertrauensbeweis aus Fernost

Chen Feng ist auf großer Einkaufstour. Kaum ein Unternehmer aus China greift bei Übernahmen und Beteiligungen so beherzt zu, wie der mächtige Aufsichtsratsvorsitzende des Mischkonzerns HNA. Zu seinem Reich gehören nicht nur Chinas viertgrößte Fluggesellschaft Hainan, sondern mittlerweile Anteile an fast 30 Firmen. Seit vergangener Woche zählt auch die Deutsche Bank zur Familie. HNA hat Aktien im Wert von 755 Millionen Euro gekauft und sich damit 3,04 Prozent am größten deutschen Geldhaus gesichert. Ihre Beteiligung bauten die Chinesen über den österreichischen Vermögensverwalter C-Quadrat auf. An der Fondsgesellschaft hatte sich HNA erst vor Kurzem mit knapp zehn Prozent beteiligt. In Frankfurt versuchen sich die Chinesen als freundliche Aktionäre einzuführen: "Wir haben vollstes Vertrauen in das Management und werden die künftigen Schritte genau beobachten und als Aktionär gegebenenfalls unterstützen." Auch bei der Deutschen Bank ist die Freude über den neuen Ankeraktionär groß. Nach

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