Jeder dritte Beschäftigte in Deutschland (33 %) fühlt sich durch finanzielle Probleme im Alltag beeinträchtigt. 2024 waren es 27 %, 2019 lediglich 20 %. Das zeigt die Global Benefits Attitudes Survey 2026 des Beratungsunternehmens WTW.
Inzwischen bewerten 21 % ihre finanzielle Lage als schlecht, gegenüber 17 % im Jahr 2024. Das hat auch Folgen für Unternehmen. Finanziell stark belastete Beschäftigte verlieren durch Fehlzeiten und eingeschränkte Produktivität mehr als doppelt so viele Arbeitstage. Zudem berichten sie doppelt so häufig von Erschöpfung.
Jobsicherheit gewinnt an Bedeutung
Neben dem Gehalt ist Jobsicherheit für Beschäftigte das zweitwichtigste Kriterium bei der Arbeitgeberwahl und für den Verbleib im Unternehmen. Dennoch sind 39 % grundsätzlich offen für einen Jobwechsel. Arbeitgeber stehen damit vor einem Dilemma: Sie sollen Sicherheit bieten, müssen gleichzeitig aber Kosten senken.
Zusatzleistungen gehen am Bedarf vorbei
Zwar können inzwischen 58 % der Beschäftigten ihre Zusatzleistungen flexibel auswählen, gegenüber 39 % im Jahr 2019. Doch nur 54 % halten die Unterstützung beim Verstehen dieser Angebote für wirksam, 53 % bei deren Nutzung. Besonders deutlich ist die Lücke bei finanzieller Vorsorge. 43 % wünschen sich entsprechende Unterstützung. Allerdings setzen lediglich 17 % der Arbeitgeber hier einen Schwerpunkt ihrer Gesundheits- und Wohlfühlprogramme.
Künstliche Intelligenz verstärkt Unsicherheit
Zusätzliche Sorgen bereitet der technologische Wandel. Weltweit befürchten 38 %, dass KI ihre Arbeitsplatzsicherheit erheblich beeinträchtigen könnte. In Deutschland sehen 54 % KI bereits als wichtigen Bestandteil ihrer Arbeit oder erwarten grundlegende Veränderungen.
Zusatzleistungen sollten von Arbeitgebern deshalb gezielter eingesetzt und besser kommuniziert werden. Entscheidend ist dabei nicht die Menge der Angebote, sondern deren tatsächlicher Nutzen für die Beschäftigten.

