Angesichts des geplanten Wegfalls des Altersteilzeit-Blockmodells müssen viele Unternehmen neue Lösungen für den flexiblen Ruhestand entwickeln. Nur 13 % der befragten Unternehmen haben bereits alternative Modelle etabliert, um den im Ergebnisbericht der Alterssicherungskommission vorgesehenen Wegfall des Blockmodells in der Altersteilzeit aufzufangen. 29 % überarbeiten gerade ihre Instrumente, 33 % sind kaum vorbereitet und sehen konkreten Handlungsbedarf, bei 25 % hat das Thema bisher keine Priorität. Das ergab eine Live-Umfrage unter Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Unternehmen bei der WTW bAV-Konferenz am 07.10.2026 in Frankfurt.
Opt-out und Förderung gelten als wirksamste Hebel
Auf die Frage, welche Maßnahme die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung am wirksamsten erhöhen würde, nannten 36 % die automatische Einbeziehung mit Opt-out. 30 % sprachen sich für eine höhere steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Förderung aus. 18 % wünschen sich weniger Bürokratie und mehr Rechtssicherheit, 16 % einen Ausbau der reinen Beitragszusage. „Zwei Drittel der Teilnehmenden setzen auf Reichweite und Anreize: Beschäftigte sollen automatisch in die bAV kommen, und die bAV soll durch steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Anreize gefördert werden“, sagt Hanne Borst, Head of Retirement bei WTW Deutschland.
Forderung an die Bundesregierung: Reformen schnell auf den Weg bringen
Gefragt nach ihren Forderungen an die Bundesregierung in Bezug auf den Ergebnisbericht der Alterssicherungskommission, votierten 57 % dafür, das Reformpaket als gesamthaftes Konzept umzusetzen. 20 % wollen die Reformen weiter verschärfen und schneller umsetzen, 11 % fordern den Erhalt der Frühverrentungsanreize und 7 % sozialverträglichere Reformen. „Die Ergebnisse zeigen einen klaren Reformwillen. Dieses Signal sollte die Politik ernst nehmen. Entschlossenes Handeln ist insbesondere auch für die betriebliche Altersversorgung erforderlich, um die Versorgungslücken der Zukunft wirksam zu schließen. Der angekündigte Sozialpartnerdialog sollte deshalb zeitnah starten und zügig zu konkreten Ergebnissen führen, die die Verbreitung und Attraktivität der bAV nachhaltig stärken“, betont Borst.

