Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 13.10.2026 ihre European Common Enforcement Priorities (ECEP) für die Jahresfinanzberichte 2026 vorgestellt. Sie sollen eine einheitliche Überwachung der Unternehmensberichterstattung in Europa fördern.
Bei den IFRS-Abschlüssen konzentrieren sich die Aufseher insbesondere auf die Auswirkungen geopolitischer Unsicherheiten sowie die bilanzielle Behandlung von Restrukturierungsrückstellungen und Umschuldungen.
Nachhaltigkeitsberichte: Wesentlichkeit entscheidend
Auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) steht im Fokus. Unternehmen sollen ihre Wesentlichkeitsanalysen weiter verbessern und nachvollziehbar darstellen, wie wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen mit ihren Strategien, Maßnahmen, Zielen und Kennzahlen zusammenhängen. Die ESMA betont dabei die Bedeutung einer konsistenten und entscheidungsrelevanten Offenlegung.
Digitale Berichterstattung und Bürokratieabbau
Bei der digitalen Finanzberichterstattung im European Single Electronic Format (ESEF) richtet die ESMA ihr Augenmerk auf häufige Fehler bei der Darstellung von Eigenkapitalveränderungen.
Gleichzeitig bekräftigt die Behörde ihr Ziel, Berichtspflichten zu vereinfachen und Unternehmen administrativ zu entlasten. Anlegerschutz und Marktstabilität sollen dabei gewahrt bleiben.
Ergänzend veröffentlichte die ESMA sieben Aufsichtsentscheidungen zur Anwendung der IFRS und zu alternativen Leistungskennzahlen.
Unternehmen, Abschlussprüfer und Aufsichtsbehörden sind aufgefordert, die Schwerpunkte bei der Erstellung und Prüfung der Geschäftsberichte 2026 entsprechend ihrer Relevanz zu berücksichtigen.

