• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Falsche Kilometerangaben beim Firmenwagen führen zu Steuerhinterziehung

24.07.2026

Meldung, Steuerrecht

Falsche Kilometerangaben beim Firmenwagen führen zu Steuerhinterziehung

Bewusst falsche Entfernungsangaben zum Firmenwagen und überhöhte Fahrtkosten in der Steuererklärung können eine nachträgliche Steuerfestsetzung wegen Steuerhinterziehung rechtfertigen.

Beitrag mit Bild

©maho/fotolia.com

Wer seinem Arbeitgeber für einen Dienstwagen bewusst eine zu kurze Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nennt und die daraus resultierenden Lohndaten später ungeprüft in der Einkommensteuererklärung übernimmt, kann eine Steuerhinterziehung begehen. Dies hat das Finanzgericht Niedersachsen mit Urteil vom 21.01.2026 (3 K 78/24) klargestellt.

Dienstwagenvorteil zu niedrig versteuert

Der Kläger, ein Diplom-Kaufmann und Verkaufsdirektor, durfte einen Firmenwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen. Obwohl seine tatsächliche Strecke 99 Kilometer betrug, hatte er dem Arbeitgeber lediglich 22 Kilometer mitgeteilt. Der Arbeitgeber berechnete den privaten Nutzungsvorteil gem. § 8 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG mithilfe der sog. 1-%-Regelung. Die Ermittlung des Nutzungsvorteils für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte basierte auf dem monatlichen 0,03-prozentigen Bruttolistenpreis gem. § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG für jeden durch den Kläger an seinen Arbeitgeber mitgeteilten Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte von insgesamt 22 Kilometern. Der Arbeitgeber berechnete den geldwerten Vorteil daher auf einer zu niedrigen Grundlage und führte entsprechend zu wenig Lohnsteuer ab.

In seinen Einkommensteuererklärungen gab der Kläger zugleich an, an bis zu 222 Tagen jährlich jeweils 99 Kilometer zur Arbeitsstätte gefahren zu sein. Tatsächlich waren es nach einer späteren Schätzung nur 120 Fahrten. Dadurch wurden sowohl der Arbeitslohn zu niedrig als auch die Werbungskosten zu hoch angesetzt.

Neue Tatsachen erlaubten die Änderung

Die tatsächliche Entfernung und die wirkliche Zahl der Fahrten wurden dem Finanzamt erst durch Ermittlungen der Steuerfahndung bekannt. Damit lagen neue Tatsachen i.S.d. § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO vor. Einen Ermittlungsfehler des Finanzamts verneinte das Gericht, weil die ursprünglichen Steuererklärungen schlüssig wirkten und unter Mitwirkung eines Steuerberaters erstellt worden waren.

Finanzgericht bejaht Vorsatz

Nach Überzeugung des Gerichts handelte der Kläger vorsätzlich. Die Kilometerangabe gegenüber dem Arbeitgeber diente ausschließlich der Berechnung des steuerpflichtigen Nutzungsvorteils. Aufgrund seiner Ausbildung, beruflichen Erfahrung und der Angaben in den Lohnabrechnungen habe er die steuerliche Bedeutung erkennen können.

Auch der Hinweis auf den Steuerberater entlastete ihn nicht. Der Kläger hatte die Erklärungen unterschrieben beziehungsweise deren vollständige und wahrheitsgemäße Übermittlung bestätigt.


Nds. FG, NL vom 17.06.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

Weitere Meldungen


Meldung

© DOC RABE Media/fotolia.com


16.10.2026

Gewerbesteuer erreicht neuen Höchststand

Deutschlands Gemeinden erzielen 2025 erneut Rekordeinnahmen aus der Gewerbesteuer, während das Grundsteueraufkommen unverändert bleibt.

weiterlesen
Gewerbesteuer erreicht neuen Höchststand

Meldung

©momius/fotolia.com


16.10.2026

Altersteilzeit: Unternehmen sind kaum vorbereitet

Das mögliche Ende des Altersteilzeit-Blockmodells zwingt Unternehmen, rechtzeitig alternative Modelle für den Ruhestand zu prüfen.

weiterlesen
Altersteilzeit: Unternehmen sind kaum vorbereitet

Meldung

©stadtratte/fotolia.com


15.10.2026

Auch die Übertragung kleinerer Firmenanteile ist begünstigt

Entnahmen für Erbschaft- und Schenkungsteuer lösen auch bei Übertragung eines Teils eines Mitunternehmeranteils keine Nachversteuerung nach § 34a EStG aus.

weiterlesen
Auch die Übertragung kleinerer Firmenanteile ist begünstigt
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht