12.09.2017

Betriebswirtschaft, Meldung

IFRS 15: Unternehmen geben Gas

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Etwa jedes zweite börsennotierte deutsche Unternehmen macht in seinem aktuellen Zwischenbericht konkrete Angaben zum neuen Bilanzstandard IFRS 15. Bei 54 % dieser Gesellschaften lassen sich rasante Fortschritte im Vergleich zum Geschäftsbericht 2016 feststellen.

Die „Deutschland AG“ drückt beim IFRS 15 aufs Tempo. Das zeigt eine Analyse der aktuellen Zwischenberichte von 94 börsennotierten Gesellschaften durch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Demnach macht etwa jedes zweite Unternehmen in seinem Halbjahresbericht explizite Angaben zum neuen Bilanzstandard, der Anfang nächsten Jahres in Kraft treten soll. Bei 54 % dieser Gesellschaften lassen sich merkliche Fortschritte im Vergleich zum Geschäftsbericht 2016 feststellen. „Das ist zwar noch nicht der Stand, den wir uns erhofft hätten. Allerdings ist deutlich zu erkennen, dass immer mehr Unternehmen die Schlagzahl erhöhen – während es vor einem halben Jahr noch so aussah, als würde der neue Bilanzstandard von vielen Gesellschaften regelrecht verschlafen“, berichtet Christoph Gruss, Partner bei Capital Markets & Accounting Advisory Services bei PwC in Deutschland.

DPR macht neue Bilanzstandards zum Prüfungsschwerpunkt

Der IFRS 15 soll die Bilanzierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden neu regeln. Bislang liegen die entsprechenden Vorgaben zur Umsatzrealisierung weit verstreut – der neue Standard führt die diversen Regelungen nun endlich zusammen. Auch wenn der IFRS 15 offiziell erst zum 01.01.2018 in Kraft tritt, hatte die europäische Finanzmarktaufsicht ESMA im vergangenen Jahr klargestellt, dass sie von den Unternehmen bereits in ihren Abschlüssen 2016 und 2017 konkretere Angaben zu den erwarteten Folgen erwartet. Hinzu kommt: Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung hat die Anhangangaben zur Anwendung neuer Bilanzstandards zu einem ihrer Prüfungsschwerpunkte für 2017 gemacht. „All das zeigt, dass sich die Unternehmen beim IFRS 15 keinerlei ‚Laissez-faire‘ leisten können“, betont Gruss.

„Ohne Schlussspurt wird es für viele Unternehmen nicht reichen“

„Die Unternehmen geben nicht nur quantitativ mehr Informationen als vor einem halben Jahr – sondern sie äußern sich auch inhaltlich deutlich detaillierter, etwa was die Auswirkung der neuen Regeln auf interne Steuerungsgrößen oder einzelne Geschäftsbereiche angeht“, lobt Christoph Gruss. Zugleich mahnt der PwC-Experte jedoch an, dass Tempo in den wenigen verbleibenden Monaten bis zur Einführung von IFRS 15 noch einmal zu steigern. „Ohne Schlussspurt wird es für die meisten Unternehmen nicht reichen – speziell was die IT-Umsetzung betrifft.“

(PwC, PM vom 08.09.2017 / Viola C. Didier)


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