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  • Zur Vor­satz­an­fech­tung ge­gen un­ei­gennützi­gen Treuhänder

    Überweisung einer insolventen GmbH an ihren Steuerberater mit Maßgabe, die Gelder zur Tilgung von Beitragsrückständen bei Krankenkassen zu verwenden - Steuerberater als uneigennütziger Verwaltungstreuhänder - Deckungsanfechtung (§§ 130, 131 InsO) richtet sich gegen Krankenkassen nicht gegen den zahlungsvermittelnden Treuhänder - Vorsatzanfechtung (§ 133 InsO) gegen Treuhänder, wenn er Kenntnis vom Gläubigerbenachteiligungsvorsatz der GmbH hat - Keine Kenntnis einer Bank vom Gläubigerbenachteiligungsvorsatz im Rahmen der Abwicklung des Zahlungsverkehrs - Kenntnis bei kollusivem Zusammenwirken von Treuhänder und Schuldner - Pflicht des Treuhänders zum Wertersatz ohne Wegfall der Bereicherung einwenden zu können
    In­sO § 133 Abs. 1
    Ein un­ei­gennützi­ger Treuhänder un­ter­liegt der Vor­satz­an­fech­tung, wenn er nach Kennt­nis der Zah­lungs­unfähig­keit des Schuld­ners ihm über­las­se­ne Geld­beträge ver­ein­ba­rungs­gemäß an be­stimm­te, be­vor­zugt zu be­frie­di­gen­de Gläubi­ger des Schuld­ners wei­ter­lei­tet. In­sO § 143 Abs. 1 Satz 2; BGB § 819 Abs. 1, § 818 Abs. 4, § 292 Abs. 1, § 989
    Ein un­ei­gennützi­ger Treuhänder, der an­fecht­bar...
    DB vom 25.05.2012 , Heft 21 , DB0474577 weiterlesen
  • Zur kon­klu­den­ten Ge­neh­mi­gung von Ein­zugs­ermächti­gungs­last­schrif­ten

    Konkludente Genehmigung, wenn Bank nach den äußeren Umständen erwarten darf, der Kontoinhaber habe die Lastschriftbuchung geprüft und nicht beanstandet - Angemessene Prüfungsfrist ist kein starrer Zeitraum - Bank kann nach den Umständen des konkreten Einzelfalls von Genehmigung ausgehen, wenn Unternehmer in laufender Geschäftsbeziehung regelmäßig wiederkehrenden oder auf eigenen Anmeldungen beruhenden Lastschriften nicht innerhalb einer Überlegungsfrist von drei Bankarbeitstagen widerspricht - Kein Anspruch aus Insolvenzanfechtung gem. §§ 143, 130 InsO gegen die Bank - Leistungsempfänger und damit Anfechtungsgegner im Lastschrifteinzugsverfahren ist der Gläubiger, nicht die Bank als Leistungsmittler
    BGB § 684 Satz 2; In­sO § 130 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1
    a) Zur Fra­ge ei­ner kon­klu­den­ten Ge­neh­mi­gung be­reits ge­buch­ter Ein­zugs­ermächti­gungs­last­schrif­ten bei Zuführung neu­er Li­qui­dität durch den Schuld­ner (Fortführung der Se­nats­ur­tei­le vom 26. 7. 2011 - XI ZR 36/10, DB0427069 = NZI 2011 S. 679, Rdn. 17 und vom 25. 10. 2011 - XI ZR 368/09, DB 2011 S. 2906 = WM 2011 S. 2316, Rdn. 15).
    b) Zum Ein­wand der Deckungs­an­fech­tung bei Ge­neh­mi­gung von Ein­zugs­ermächti­gungs­last­schrif­ten....
    DB vom 18.05.2012 , Heft 20 , DB0474455 weiterlesen
  • Zur Wi­der­le­gung der Ver­mu­tung der Zah­lungs­unfähig­keit nach § 17 Abs. 2 Satz 2 In­sO

    Insolvenzanfechtung gem. § 133 Abs. 1 InsO auf Rückgewähr von Steuerzahlungen - Vermutung der Zahlungsunfähigkeit gem. § 17 Abs. 2 InsO im Falle der Zahlungseinstellung - Nachweis der Zahlungsunwilligkeit des Schuldners widerlegt Vermutung der Zahlungsunfähigkeit nicht
    In­sO § 17 Abs. 2 Satz 2, § 133 Abs. 1 Satz 2
    Die Ver­mu­tung der Zah­lungs­unfähig­keit nach § 17 Abs. 2 Satz 2 In­sO kann nicht durch den Nach­weis der Zah­lungs­un­wil­lig­keit des Schuld­ners wi­der­legt wer­den; er­for­der­lich ist der Nach­weis der Zah­lungsfähig­keit.
    (BGH-Ur­teil vom 15.3.2012 - IX ZR 239/09)
    Der Kläger ist Ver­wal­ter in dem auf An­trag des Be­klag­ten vom 28. 11. 2006 eröff­ne­ten In­sol­venz­ver­fah­ren...
    DB vom 20.04.2012 , Heft 16 , DB0470702 weiterlesen
  • Vor­aus­set­zun­gen der Pro­zessführungs­be­fug­nis des vorläufi­gen In­sol­venz­ver­wal­ters

    Ermächtigung zur Einziehung bzw. gerichtlichen Geltendmachung von Forderungen durch Insolvenzgericht - Ermächtigung zur Verwertung des Schuldnervermögens nur zulässig zur Vorbeugung drohender Verjährung oder Uneinbringlichkeit - Vorläufiger Verwalter als Adressat einer Aufrechnungserklärung - Auswirkungen der Anordnung einer Verfügungsbeschränkung auf eine Verrechnungsabrede
    In­sO §§ 21, 22
    a) Das In­sol­venz­ge­richt kann den vorläufi­gen In­sol­venz­ver­wal­ter im We­ge des be­son­de­ren Verfügungs­ver­bots ermächti­gen, ei­ne For­de­rung des Schuld­ners im ei­ge­nen Na­men ein­zu­zie­hen.
    b) Der vorläufi­ge In­sol­venz­ver­wal­ter darf nur dann ermächtigt wer­den, außer­halb des lau­fen­den Geschäfts­be­triebs des Schuld­ners des­sen For­de­run­gen ein­zu­zie­hen, wenn de­ren Verjährung oder Un­ein­bring­lich­keit...
    DB vom 18.05.2012 , Heft 20 , DB0470520 weiterlesen
  • Er­stat­tungs­an­spruch ge­gen Ge­sell­schaf­ter nach Rückführung ei­nes ge­sell­schaf­ter­be­si­cher­ten Dar­le­hens durch Ver­wer­tung ei­ner Ge­sell­schafts­si­cher­heit

    Besicherung der Darlehensschuld einer GmbH durch Gesellschaft und Gesellschafter - Verwertung der Gesellschaftssicherheit zur Tilgung der Darlehensforderung im Insolvenzverfahren - Erstattungsanspruch des Insolvenzverwalters gegen den Gesellschafter gem. §§ 135 Abs. 2, 143 Abs. 3 InsO analog - Erstattungsanspruch trotz Verzicht der kreditgebenden Bank auf von Gesellschafter bestellte Sicherheit
    In­sO §§ 135 Abs. 2, 143 Abs. 3
    1. Ein An­spruch aus §§ 135 Abs. 2, 143 Abs. 3 In­sO ge­gen den Ge­sell­schaf­ter, der für ei­ne Ge­sell­schafts­schuld ei­ne Si­cher­heit be­stellt hat, be­steht nur in­so­weit, als die Bürg­schafts­ver­pflich­tung des Ge­sell­schaf­ters sich durch die Rück­zah­lung der Ge­sell­schafts­schuld re­du­ziert hat. Im Fal­le ei­ner Höchst­be­tragsbürg­schaft und ei­ner nur teil­wei­sen Til­gung der Ge­sell­schafts­schuld...
    DB vom 04.05.2012 , Heft 18 , DB0470687 weiterlesen
  • Vor­aus­set­zun­gen für die Eröff­nung ei­nes Se­kundärinsol­venz­ver­fah­rens in an­de­rem EU-Staat

    Niederlassung i. S. des Art. 3 Abs. 2 EuInsVO als Voraussetzung für die Eröffnung eines zweiten Insolvenzverfahrens - Nach vorläufiger Amtsenthebung ist Notariat keine inländische Niederlassung des Schuldners mehr - Inländisches Vermögen begründet keine Niederlassung
    EuIn­sVO Art. 3 Abs. 2
    Für die Eröff­nung ei­nes Se­kundärinsol­venz­ver­fah­rens ist oh­ne Rück­sicht auf den Mit­tel­punkt der hauptsächli­chen In­ter­es­sen al­lein maßgeb­lich, ob der Schuld­ner ei­ne inländi­sche Nie­der­las­sung hat.
    (BGH-Be­schluss vom 8.3.2012 - IX ZB 178/11)
    Der Schuld­ner war No­tar mit Amts­sitz in V. (Nord­rhein-West­fa­len). Die wei­te­re Be­tei­lig­te (fort­an: Gläubi­ge­rin) kündig­te im De­zem­ber...
    DB vom 13.04.2012 , Heft 15 , DB0470168 weiterlesen
  • Zum An­spruch ei­nes Aus­son­de­rungs­be­rech­tig­ten auf Er­satz des Wert­ver­lu­stes we­gen Nut­zung von Ge­genständen auf­grund ei­ner An­ord­nung des In­sol­venz­ge­richts

    Anspruch der Ab- und Aussonderungsberechtigten gem. § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 Satz 1 Teilsatz 2 InsO gegen vorläufigen Insolvenzverwalter auf Nutzungsausfallentschädigung und gem. § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 Satz 1 Teilsatz 3 InsO auf Wertersatz - Ansprüche auf Nutzungsausfallentschädigung und Wertersatz gelten nach Verfahrenseröffnung als Masseverbindlichkeiten
    In­sO § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5, § 55 Abs. 2
    Ord­net das Ge­richt als Si­che­rungs­maßnah­me an, dass ein der Aus­son­de­rung un­ter­lie­gen­der Ge­gen­stand von dem Be­rech­tig­ten nicht her­aus­ver­langt wer­den darf, steht dem Aus­son­de­rungs­be­rech­tig­ten ge­gen den vorläufi­gen In­sol­venz­ver­wal­ter we­gen ei­nes durch Nut­zung oder Beschädi­gung ein­ge­tre­te­nen Wert­ver­lusts ein Er­satz­an­spruch zu. Nach Ver­fah­ren­seröff­nung gilt...
    DB vom 04.05.2012 , Heft 18 , DB0470830 weiterlesen
  • Säum­nis­zu­schläge auf vor­ent­hal­te­ne Ar­beit­neh­mer­beiträge zur So­zi­al­ver­si­che­rung un­ter­fal­len der Rest­schuld­be­frei­ung

    Insolvenz eines GmbH-Geschäftsführers - Haftung wegen Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen der Arbeitnehmer gem. §§ 823 Abs. 2 BGB i. V. mit § 266a StGB - Säumniszuschläge keine von der Restschuldbefreiung ausgenommene Verbindlichkeit aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung
    In­sO § 302 Nr. 1; StGB § 266a; SGB IV § 24 Abs. 1
    Hat sich der Schuld­ner we­gen Vo­rent­hal­tens von Ar­beit­neh­mer­beiträgen zur So­zi­al­ver­si­che­rung nach § 266a StGB straf­bar ge­macht, gehören Säum­nis­zu­schläge nach § 24 Abs. 1 SGB IV nicht zu den von ei­ner Rest­schuld­be­frei­ung aus­ge­nom­me­nen Ver­bind­lich­kei­ten aus ei­ner vorsätz­lich be­gan­ge­nen un­er­laub­ten Hand­lung.
    (BGH-Ur­teil vom 16.2.2012 - IX ZR 218/10)
    ...
    DB vom 06.04.2012 , Heft 14 , DB0470002 weiterlesen
  • Zur Durch­setz­bar­keit von For­de­run­gen aus Dau­er­schuld­verhält­nis­sen nach Frei­ga­beerklärung des In­sol­venz­ver­wal­ters gem. § 35 Abs. 2 In­sO

    Erklärung des Insolvenzverwalters, dass Vermögen aus der selbstständigen Tätigkeit des Schuldners nicht zur Insolvenzmasse gehört - Forderungen aus Dauerschuldverhältnissen sind ab dem Zeitpunkt der Freigabeerklärung keine Masseverbindlichkeiten - Geltendmachung gegenüber dem Schuldner
    In­sO § 35 Abs. 2 Satz 1
    Gibt der In­sol­venz­ver­wal­ter das Vermögen des Schuld­ners aus ei­ner selbstständi­gen Tätig­keit frei, können auf die selbstständi­ge Tätig­keit be­zo­ge­ne ver­trag­li­che Ansprüche von Gläubi­gern, die nach dem Zu­gang der Erklärung beim Schuld­ner ent­ste­hen, nur ge­gen den Schuld­ner und nicht ge­gen die Mas­se ver­folgt wer­den. In­sO § 61 Abs. 1 Satz 1
    Versäumt der In­sol­venz­ver­wal­ter...
    DB vom 16.03.2012 , Heft 11 , DB0469193 weiterlesen
  • Zur In­sol­venz­fe­stig­keit der Si­che­rungs­ab­tre­tung und Pfändung von Ansprüchen aus ei­ner Le­bens­ver­si­che­rung

    Auslegung des Formulars einer Bank "Abtretung von Lebensversicherungsansprüchen für den Todesfall" - Vertragsgestaltung, wonach Recht auf Kündigung der Versicherung bei Versicherungsnehmer verbleibt, spricht für Verbleib des Anspruchs auf den Rückkaufswert beim Versicherungsnehmer - Wirksame Pfändung des Anspruchs auf den Rückkaufswert durch Finanzamt - Insolvenzfeste Sicherungsabtretung oder Pfändung einer künftigen Forderung, wenn Zessionar bzw. Pfändungsgläubiger vor Insolvenzeröffnung gesicherte Rechtsposition erwirbt
    In­sO § 91
    Kann ein Schuld­ner nach Si­che­rungs­ab­tre­tung und For­de­rungspfändung schon vor der In­sol­ven­zeröff­nung in Gänze nicht mehr über ei­nen Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag verfügen, hat der zur Kündi­gung be­rech­tig­te Pfändungsgläubi­ger an dem auf­schie­bend be­ding­ten An­spruch auf den Rück­kaufs­wert ei­ne ge­si­cher­te Rechts­po­si­ti­on er­langt, so­dass der Er­werb nicht in die Mas­se fällt.
    (BGH-Ur­teil vom 26.1.2012 - IX...
    DB vom 23.03.2012 , Heft 12 , DB0469316 weiterlesen
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